Besser spät als nie: Im Dezember vergangenen Jahres hatte ich angefangen, über meine Serienhighlights 2025 zu schreiben. Eigentlich wollte ich, wie bei einem Adventskalender, jeden Tag eine andere Serie vorstellen. Das hat aus unterschiedlichen Gründen leider nicht geklappt.
Da ich aber ungern etwas unbeendet lasse, kommt hier mit etwas Verspätung die komplette Übersicht – 24 teilweise ganz unterschiedliche Serien, die mich aus ebenso unterschiedlichen Gründen 2025 begeistert haben.
Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Die Serien, über die ich bereits geschrieben hatte, sind chronologisch nach dem Datum der Veröffentlichung des jeweiligen Blogbeitrags aufgeführt, mit einer Verlinkung auf den Beitrag. Die übrigen Serien habe ich in alpabetischer Reihenfolge aufgelistet und jeweils (meistens) etwas kürzer als eigentlich gedacht geschrieben, was mich an der jeweilgen Serie bzw. Serienstaffel begeistert hat. Welches die für mich beste Serie 2025 war, verrate ich aber auch. Ihr müsst nur weit genug scrollen. 😉
Viel Spaß beim Lesen.
Blogbeiträge
- Shrinking
- Paradise
- Black Doves
- Ghosts
- The Crow Girl
- Black Mirror
- The Residence
- Doctor Who
- Kevin Can F Himself
- Family Law
Die weiteren Highlights
A Man on the Inside
Die Komödie mit Ted Danson in der Hauptrolle hatte ich bereits 2024 auf meiner Highlightliste. Damals habe ich geschrieben, dass ich für die zweite Staffel vorsorglich schon mal einen Platz im Jahresrückblick 2025 freihalte und meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch die neuen Folgen, in denen Ted Danson als Charlies Nieuwendyk diesmal undercover an einem College ermittelt, haben wieder sehr viel Spaß gemacht. Was mich u.a. gefreut hat war, dass sie es geschafft haben, auch einige der Figuren aus Staffel 1 wieder einzubauen. So ist auch Stephanie Beatriz wieder dabei, wenn auch nur in einer kleineren Rolle. Für ihre Figur Didi gibt es aber eine Entwicklung, die ich nicht erwartet, über die ich mich aber gefreut habe und die einer der Gründe ist, warum ich hoffe, dass sie auch in der dritten Staffel, die Netflix bereits geordert hat, wieder dabei ist – neben all den anderen Figuren natürlich, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind.
Andor
Auf die zweite Staffel von Andor mussten wir, wie inzwischen leider häufig, lange warten. Staffel 1 hatte ich schon 2022 auf meiner Highlightliste. Und auch die neuen Folgen fand ich großartig, wenn auch die Parallelen zu aktuellen Ereignissen teilweise erschreckend und schwer anzusehen waren. Bei aller Begeisterung gab es aber auch etwas, über dass ich mich geärgert habe: Die Entwicklung der Beziehung von Vel und Cinta. Sie durften für einen kurzen Moment glücklich sein, bevor sie das Schicksal vieler queerer Paare in Serien ereilte – ein sehr unorgineller Fall von „bury your gays“. Unnötig und frustrierend.
Dept. Q
Die Serie habe ich vor allem aus zwei Gründen angefangen zu sehen: Matthew Goode und Edinburgh. Auch wenn die Rolle, die Matthew Goode spielt, ganz anders ist als die, aus denen man ihn sonst kennt: Statt smarter Sunnyboy ist er diesmal der traumatisierte und etwas zottelige Polizist Carl, der von seiner Chefin beauftragt wird, eine Einheit für ungeklärte Fälle, sog. cold cases, einzurichten. Sehr spannend und mit vielen überraschenden Wendungen. Ich freue mich sehr, dass es eine weitere Staffel geben wird.
Elsbeth
Die Krimikomödie mit Carrie Preston hatte ich ebenfalls 2024 schon auf der Highlightliste und auch die zweite Staffel fand ich wieder sehr unterhaltsam und kurzweilig. Wie schon in Staffel 1 gab es viele prominente Gäste und insbesondere das Staffelfinale war in diesem Hinblick ein Highlight. Außerdem gab es eine sich über mehrere Folgen erstreckende Storyline mit Carrie Prestons Ehemann, Michael Emerson – was aber dazu geführt hat, dass ich die Staffel für eine Weile pausieren musste, weil ich die beiden parallel in Person of Interest zusammen gesehen habe, in natürlich ganz anderen Rollen, was ziemlich irritierend war. (Dazu weiter unten mehr.) Jetzt freue ich mich auf Staffel 3, die in den USA bereits läuft.
Matlock
Im Zeitalter des Streamings kommt es selten vor, dass ich zu einer bestimmten Uhrzeit vor dem Fernseher sitze, um die Ausstrahlung einer Serienfolge „live“ zu sehen. Beim Finale der ersten Staffel von Matlock, das auf dem PayTV-Sender Universal TV gezeigt wurde, war es so. Ich war einfach so gespannt.
In Matlock geht es es um die Anwältin Madeleine „Matty“ Matlock, die trickreich einen Job in einer Großkanzlei ergattert, dort jedoch fortan mit deutlich jüngeren Kolleg*innen um interessante Fälle und die Gunst ihrer Chefin konkurrieren muss. (Falls sich noch jemand a die Serie gleichen Namens aus den 1980er Jahren erinnert, der Zusammenhang wird in der ersten Folge erklärt.) Schnell wird deutlich, dass Matty mit ihrer Anstellung in der Kanzlei ein ganz anderes Ziel verfolgt, als Geld zu verdienen, wie sie vorgibt. Kathy Bates ist fantastisch als Matty Matlock, aber auch das Zusammenspiel mit Skye Marshall als ihre Chefin Olympia fand ich großartig. Trotz vieler ernster Themen ist die Serie auch unterhaltsam. Ich bin sehr gespannt auf Staffel 2, die in den USA bereits läuft.
Miss Austen
Meistens bin ich ja dienjenige, die Serien empfiehlt, aber Miss Austen wurde mir empfohlen und nachdem ich gesehen hatte, dass Keeley Hawes die Hauptrolle spielt, war klar, dass ich auf jeden Fall mal reinschaue. Und es hat sich gelohnt. Ich fand die Serie sehr stimmungsvoll, mit toller Musik und einer interessanten Perspektive. Zwar geht es in Miss Austen auch um die bekannte Schriftstellerin Jane Austen. Die Hauptfigur ist jedoch ihre Schwester Cassandra. Keeley Hawes spielt die ältere Cassandra, die sich bemüht, Briefe ihrer Schwester, die sie in jungen Jahren an eine Freundin geschrieben hat, an sich zu bringen, damit diese nicht bekannt werden. In diesem Zusammenhang erinnert sie sich an die Zeit mit ihrer Schwester bis zu deren viel zu frühem Tod. Neben Keeley Hawes spielt u.a. Rose Leslie mit.
North of North
In der Netflix-Komödie North of North geht es um Siaja, eine junge Inuk-Frau, die mit ihrer Familie in einer kleinen Gemeinde in der kanadische Arktis lebt. Nachdem sie jahrelang in ihrer Ehe zurückgesteckt hat, platzt ihr eines Tages der Kragen und sie trennt sich spontan von ihrem Mann. Das bringt ihr im Ort zwar nicht nur Sympathien ein, aber Siaja lernt, sich von den Erwartungen ihrer Gemeinde zu emanzipieren und ihren eigenen Weg zu gehen. Ihr dabei zuzusehen – mit all den kleinen Tücken und Fallstricken, die das mit sich bringen kann, aber auch den Momenten des Erfolgs – hat viel Spaß gemacht. Ich finde die Serie sehr unterhaltsam und auch interessant im Hinblick auf die Kultur und Traditionen der Inuit. Die Figuren sind skurril, aber sympathisch. Die erste Staffel war leider viel zu schnell vorbei, aber zum Glück ist die Fortsetzung bereits geordert.
Only Murders in the Building
Auch 2025 gab es eine neue Staffel von Only Murders in the Building und auch 2025 gehört die Serie zu meinen Highlights des Jahres. Anders als 2024, wo ich mich tatsächlich etwas schwertat, die aktuelle Staffel mit aufzunehmen, war dies 2025 überhaupt keine Frage. Ich fand die Staffel toll. Auch wenn erneut viele neue Figuren dabei waren, war für mich dieses Mal alles etwas stimmiger und weniger überfrachtet als in der Staffel davor.
Was mich an der Serie immer wieder fasziniert ist, wie hochkarätig die Besetzung ist. Das fängt natürlich mit den drei Hauptdarsteller*innen an. Steve Martin, Martin Short und Selena Gomez haben immer noch eine tolle Dynamik als Team und es macht Spaß, ihnen zuzusehe. Aber auch die Liste der Gast- und Nebendarsteller*innen kann sich wirklich sehen lassen. Als ich angefangen habe, mich mehr mit Serien zu beschäftigen, schien es in Hollywood eine strikte Trennung zwischen Serien- und Filmdarsteller*innen zu geben. Wer es beim Film geschafft hatte, spielte nicht (mehr) in Serien mit. Die Zeit scheint endgültig vorbei zu sein, was auch zeigt, dass Serien inzwischen einen ganz anderen Stellenwert haben. Allein in der fünften Staffel von OMITB haben 5 (!) Oscar-Gewinnerinnen und -Gewinner mitgespielt, die insgesamt bereits 10 Oscars mit nach Hause nehmen konnten: Meryl Streep (3), Christoph Walz (2), Dianne Wiest(2), Renée Zellweger (2) und Da’Vine Joy Randolph (1). Ich bin gespannt, ob sie das in der nächsten Staffel – die zum Glück schon bestellt ist – noch toppen können.
Person of Interest
Keine Sorge, „PoI“- bzw. „Shoot“-Fans, ihr habt nicht verpasst, dass es 2025 eine neue Staffel gab. Ich nehme in meine Highlight-Listen aber nicht nur neue Serien auf, sondern auch ältere, wenn ich sie erst in dem Jahr gesehen habe und begeistert war.
Von Person of Interest hatte ich tatsächlich schon einige Folgen gesehen, als die Serie erstmals ausgestrahlt wurde. Irgendwann habe ich dann den Anschluss verloren und bin auch nicht wieder reingekommen, als später in meiner Serien-Bubble sehr begeistert darüber geschrieben wurde. Ich wollte die Serie aber immer noch mal nachholen und habe es 2025 endlich geschafft. Und ich kann die Begeisterung verstehen. Einige Storylines würden heute zwar so (hoffentlich) nicht mehr erzählt, aber viele Themen, die PoI im Zusammenhang mit KI thematisiert hat, haben noch immer einen aktuellen Bezug. Und sie ist stellenweise unglaublich spannend. Einer der Höhepunkte war aus meiner Sicht – und ich glaube ich bin damit nicht allein – die Folge 4.11, „If-Then-Else“. Für mich eine der besten Serienfolgen überhaupt. Und dann waren da natürlich noch Root und Shaw. Zwar keine unproblematischen Figuren, jedoch beide ziemlich „badass“ und sie hatten auch untereinander eine tolle Chemie.
PoI gibt es übrigens seit Neuestem wieder auf Netflix (falls jemand jetzt Lust bekommen hat, mal reinzusehen).
Plur1bus
Die für mich beste Serie des Jahres kam ganz am Schluss. Ich hatte keine Erwartungen, weil ich auch nachdem ich den Trailer gesehen hatte keine wirkliche Idee hatte, worum es in Plur1bus eigentlich geht. Die Tagline war ebenfalls nicht sehr aussagekräftig:
„The most miserable person on Earth must save the world from happiness.“
Aber ich bin sehr froh, dass ich trotzdem reingesehen habe, denn ich war ziemlich schnell sehr geflasht und schockverliebt in Hauptdarstellerin Rhea Seehorn. Obwohl die von ihr gespielte Carol es einem wirklich nicht leicht macht, Sympathie mit ihr zu haben. Aber Rhea Seehorn schafft es, hinter Carols nach außen getragener Miesepetrigkeit ihre verletzliche Seite durchblitzen zu lassen – die Carol, die geliebt und und diese Liebe verloren hat und sich plötzlich allein zurechtfinden muss in einer Welt, in der nichts mehr ist, wie es war. (Und mehr schreibe ich hier jetzt nicht, denn das wären dann fast alles Spoiler. Also schaut am besten selbst mal rein. ;))
Severance
Bei der zweiten Staffel von Severance, die 2025 endlich und mit viel Aufmerksamkeit und großen Erwartungen im Vorfeld veröffentlicht wurde, war ich mir tatsächlich nicht sicher, ob sie auf meiner Highlight-Liste landet. So vollständig glücklich war ich mit ihr nämlich nicht. Aber insgesamt ist es einfach immer noch eine innovative Serie mit einem fantastischen Cast, auch in Staffel 2. Staffel 3 ist bereits geordert und vielleicht werden dann ja mal mehr Fragen beantwortet als neue aufgeworfen.
Spuren
In 2025 leider die einzige deutsche Serie auf meiner Highlight-Liste, und dann ist es überraschenderweise ein Krimi. Warum überraschend? Weil Krimis im deutschen TV ja eigentlich Massenware sind und ich sie manchmal zwar ganz gern nebenbei und zur Ablenkung sehe, sie mich aber darüber hinaus selten begeistern. Bei Spuren war das anders, weil die Miniserie selbst anders ist. Hier hat man sich sehr viel Zeit genommen, die Geschichte zu erzählen. Stil und Tempo wirkten auf mich zwar zunächst altbacken, die Serie hat mich aber trotzdem gefesselt. Was ich gut fand: Die Taten – es geht um Sexualmorde an mehreren Frauen – werden nicht gezeigt, was ja auch meistens nicht nötig ist, aber trotzdem immer noch in Krimis gemacht wird. Die Serie nutzt keine typischen Hollywood-Szenarien für Spannungserzeugung, es wird weniger dramatisiert, sondern die Ermittlungen werden kleinteiliger und damit wahrscheinlich deutlich realistischer gezeigt. Klingt vielleicht etwas langweilig, wenn man es liest, ich fand es aber mal eine angenehme Abwechslung.
Stranger Things
Genau genommen endete die fünfte und letzte Staffel von Stranger Things ja erst am 1.1.2026, mit dem langen, aber sehr spannenden und krassen Finale. Da ich aber die Staffel insgesamt gut fand, landet sie noch auf der Highlight-Liste für 2025. Und ja, das war ein wirklich guter Abschluss. Zum Glück, denn nach einer so langen Wartezeit wäre alles andere enttäuschend gewesen. Auch hier gab es zwar einiges, was mich nicht so begeistert hat. Das war in anderen Staffeln auch schon so, da gab es für mich Höhen und Tiefen. Insbesondere die Erklärung dafür, was das Upside Down eigentlich ist und wo der Mindflayer seinen Ursprung hat, fand ich – na ja. Aber es gab eben auch viele Highlights. Eines war für mich „Rockin‘ Robin“. Von Robin als Radio-Moderatorin hätte ich gern noch mehr gesehen. Ein weiteres Highlight war für mich Wills Coming-out-Szene. Toll gespielt und leider immer noch wichtig, was insbesondere die negativen Reaktionen einiger “Fans” mehr als deutlich gemacht haben. Und ich fand auch das Ende gut. Hier kann jetzt jeder Fan für sich entscheiden, was sie oder er glaubt, was passiert ist.
The Last of Us
Leider war die zweite Staffel mit nur sieben Folgen sogar noch kürzer als Staffel 1, aber dadurch war sie wohl auch sehr dicht erzählt und wirkte sehr intensiv. Die Staffel lebte für mich erneut sehr von den Darstellenden, vor allem Pedro Pascal und Bella Ramsey, aber auch Isabel Merced als Dina und Jeffrey Wright in einer Gastrolle. Die Entwicklung der Beziehung von Ellie und Dina fand ich sehr schön erzählt, insbesondere in Folge 4, die passenderweise von der lesbischen Regisseurin Kate Herron (Loki, Sex Education) verantwortet wurde. Die aber wohl wichtigste Beziehung war aber erneut die zwischen Ellie und Joel. Folge 6, in der gezeigt wurde, wie sich Joels Lüge am Ende von Staffel 1 auf Ellie und ihr Verhältnis zueinander ausgewirkt hat, erinnerte mich an “Long, Long Time” aus Staffel 1, auch weil sie deutlich weniger brutal und gruselig war als die anderen Folgen. Insbesondere die letzte Szene zwischen Ellie und Joel in dieser Folge fand ich sehr toll. Das Finale deutet an, dass es in Staffel 3 wohl erst einmal vor allem um die Figur Abby gehen wird. Ich kann mich zwar immer noch nicht mit den Zombies und der Gewalt in der Serie anfreunden, werde aber auf jeden Fall wieder reinsehen.
Das waren meine Serien-Highlights 2025. Auch 2026 haben sich schon mehrere Serien ein Sternchen auf meiner Liste verdient. Welche das sind, werde ich dann Ende des Jahres verraten.