Frohes neues Serienjahr 2017

Auch 2017 Jahr wird es wieder jede Menge neues Serienfutter geben, seien es neue Folgen wiederkehrender Serien, seien es ganz neue Serien. Ich habe mal aufgeschrieben, auf welche ich mich in diesem Jahr freue bzw. auf welche ich gespannt bin.

Version 2

Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt, dennoch möchte ich euch, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs, an dieser Stelle noch alles Gute für 2017 wünschen. Möge das Jahr im Wesentlichen so verlaufen, wie ihr es euch vorstellt, aber vielleicht auch die ein oder andere, hoffentlich positive, Überraschung bereithalten.

Im vergangenen Jahr hatte ich ein bisschen mehr freie Zeit als sonst und habe sie unter anderem damit verbracht, sehr, sehr, sehr viele Serien zu sehen. Über die meisten davon habe ich schon geschrieben, sei es in diesem Blog oder aber in den sozialen Netzwerken, u.a. auf Tumblr. Im neuen Jahr werde ich meinen Serienkonsum ein wenig einschränken müssen. Aber für einige Highlights muss und wird Zeit bleiben.

Mein Serienjahr 2017 startet u.a. mit neuen Folgen von Call the Midwife, auf die ich schon seit letztem März, also seit dem Ende von Staffel 5, ungeduldig warte. Zwar war ich vom letzten Weihnachtsspecial ein wenig enttäuscht, das war allerdings eine Enttäuschung auf sehr hohem Niveau. Die Geschichte, die überwiegend in einer Klinik in Südafrika während der Apartheid spielte, war wie immer toll geschrieben und gespielt. Mir fehlte jedoch die Anbindung an die vertraute Umgebung in Poplar und das Nonnatus House und ich fand es schade, dass einige meiner Favoritinnen wie z.B. Patsy & Delia kaum zu sehen waren. Insofern hoffe ich, dass die beiden, ebenso wie Sister Monica Joan, in den ersten Folgen der neuen Staffel umso präsenter sein werden.

Von Doctor Who und Sense 8 gab es ebenfalls jeweils Weihnachtsspecials, die beide in mir eine gewissen Vorfreue auf die neuen Folgen geweckt haben, auch gerade, weil es von beiden Serien 2016 keine neue Staffel gab. Insbesondere von Sense 8 war ich wieder sehr begeistert. Hier startet die zweite Staffel im Mai, während Staffel 10 von Doctor Who schon ab April ausgestrahlt werden soll.

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#ComingOutDay: Ellen Morgans Coming-out in der Fernsehserie “Ellen”

Aus Anlass des internationalen Coming-out-Tags, der jedes Jahr am 11. Oktober begangen wird, habe ich mir heute Morgen Gedanken über Coming-out-Szenen in Fernsehserien gemacht und welche für mich persönlich eigentlich die wichtigste war. Die Antwort war sehr schnell klar: Ellen Morgans Coming-out in der Fernsehserie Ellen.

In der Folge The Puppy Episode aus dem Jahr 1997 verliebt sich Ellen Morgan, gespielt von Ellen DeGeneres, in Susan (Laura Dern). Nachdem sie sich selbst und auch Susan gegenüber zunächst vehement abstreitet, lesbisch zu sein, gesteht sie es sich im Gespräch mit ihrer Therapeutin (Oprah Winfrey) schließlich doch ein. Als sie sich auch vor Susan outet, geschieht Ellen ein kleines Missgeschick:

Das Coming-out von Ellen Morgan war bahnbrechend. Nie zuvor hatte sich die Hauptfigur einer amerikanischen Sitcom als homosexuell geoutet. Vielen lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen in den USA gab die Puppy Episode, die zu einer der meistgesehenen Sendungen in der Geschichte des amerikanischen Fernsehens wurde, nicht nur einen Anlass, sondern auch den Mut, sich ebenfalls bei ihren Familien und Freunden zu outen. Für mich persönlich war Ellens Coming-out der Anstoß, mich mit meinen eigenen Gefühlen für Frauen auseinanderzusetzen, was schließlich einige Monate später zu meinem eigenen Coming-out führte.

Darstellerin Ellen DeGeneres wurde der Entschluss, nicht nur ihre Figur, sondern auch sich selbst in diesem Zusammenhang als lesbisch zu outen, jedoch fast zum Verhängnis: Nachdem Ellen nach nur einer weiteren Staffel abgesetzt wurde, hatte sie einige Jahre lang Schwierigkeiten, in Hollywood wieder Fuß zu fassen. Zum Glück ist es ihr gelungen. Ellen ist heute eine der beliebtesten Fernsehpersönlichkeiten der USA – und dabei out and proud.

Gibt es Coming-out-Szenen, die für euch eine ähnliche Bedeutung haben? Oder die ihr aus anderen Gründen besonders toll findet? Dann teilt sie gern in den Kommentaren.

#GoodWifeFarewell: Einige Gedanken zum Serienfinale von “The Good Wife”

Das Finale der Serie “The Good Wife” hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Ich selbst fand die Folge stimmig, insbesondere mit Blick auf die Serie insgesamt, und habe hier mal ein paar Gründe dafür aufgeschrieben.

The Good Wife

In den USA lief am Sonntagabend das Finale der Serie The Good Wife. Die Folge insgesamt, insbesondere aber deren Ende stießen auf sehr unterschiedliche Reaktionen – von Euphorie bis hin zu Enttäuschung, nachzulesen u.a. bei Twitter unter dem Hashtag #GoodWifeFarewell. Ein Beispiel für kritische Töne ist Maureen Ryan, Fernsehkritikerin für die Zeitschrift Variety, die ihren gemischten Gefühlen über die Abschlusssequenz in diesem Artikel Ausdruck gegeben hat: ‘The Good Wife’ Finale Review: Alicia Revisits Her Past, Faces Ambiguous Future.

Auch wenn ich Maureen Ryans häufig zustimme – in diesem Fall sehe ich einiges von dem, was sie schreibt, anders. Ich fand das Staffelfinale, einschließlich der letzten Sequenz, sehr stimmig für eine Serie, die es ihrer Hauptfigur und den Fans nie leicht gemacht hat.

(Vorsicht: Es folgen Spoiler!)

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“The Fall”: ZDFneo zeigt die längere BBC-Version

Es gibt gute Nachrichten für alle diejenigen, die sich – so wie ich – im vergangenen Herbst darüber geärgert haben, dass das ZDF die Serie The Fall mit Gillian Anderson, Jamie Dornan und Archie Panjabi nur in einer gegenüber der BBC-Version gekürzten Fassung gezeigt hat. Bei ZDFneo hat man nämlich ein Einsehen mit den erzürnten Serienfans und zeigt ab morgen immer freitags am späten Abend die Serie in der BBC-Fassung. Statt 6 Folgen á 90 Minuten gibt es dann 10 Folgen á 60 Minuten und eine Folge á 90 Minuten zu sehen, insgesamt also 150 Minuten mehr. Die Serie soll auch wieder in der Mediathek zur Verfügung stehen, und zwar sowohl synchronisiert als auch als Original mit Untertiteln.

Jagen einen Serienmörder: Pathologin Reed Smith (Archie Panjabi, l.) und DSI Stella Gibson (Gillian Anderson) (Bild: ZDF/Steffan Hill)

Jagen einen Serienmörder: Pathologin Tanya Reed Smith (Archie Panjabi, l.) und DSI Stella Gibson (Gillian Anderson) (Bild: ZDF/Steffan Hill)

Laut einer Auskunft des ZDF wurden im Rahmen einer Koproduktionsgemeinschaft von Artists Studio mit BBC Northern Ireland und ZDF-Enterprises/ZDF von vornherein zwei unterschiedliche Fassungen der Serie hergestellt: eine für die Ausstrahlung bei BBC 2, die andere, kürzere Version für den Sonntagskrimi-Sendeplatz im ZDF. Diese Vorgehensweise ist laut ZDF nicht ungewöhnlich. Auch bei anderen Serien wie z.B. Die Brücke – Transit in den Tod oder The Team gibt es danach unterschiedliche Formate.

Auch wenn das ZDF sich die BBC-Serie also nicht selbst zurechtgeschnitten hat, wie zumindest ich zunächst den Eindruck hatte, macht es die Angelegenheit meines Erachtens nicht wirklich besser. Die vom ZDF beschriebene Vorgehensweise nicht nur bei dieser, sondern auch bei anderen Serien dürfte den wenigsten Zuschauerinnen und Zuschauern bekannt gewesen sein und wirft zumindest bei mir einige Fragen auf, insbesondere was die Konstruktion der Serie angeht, der Handlungsstränge, der Figuren etc. Gerade bei hochwertigen Serien wie The Fall gehe ich davon aus, dass die Handlungsstränge so, wie sie erzählt werden, auch durchgängig für die Serie relevant sind – sonst bräuchte man sie nicht. Dass es Handlungsstränge geben soll, die in der Langversion wichtig genug sind, um sie überhaupt in dem Umfang, wie sie sind, einzufügen, auf die in der Kurzversion aber ohne Probleme ganz oder teilweise verzichtet werden kann, finde ich schräg. Bei The Fall hat dies meines Erachtens auch nicht geklappt, denn in der ZDF-Fassung gibt es Lücken und Unstimmigkeiten, die mich immerhin so sehr irritiert haben, dass ich angefangen habe nachzuforschen, ob da ggf. Szenen fehlen. Das ist letztlich kein Wunder, wenn man bedenkt, dass im Vergleich mit der BBC-Version über zwei Stunden, d.h. mehr als zwei Folgen fehlen.

Obwohl ich die Serie jetzt in weiten Teilen bereits kenne und ein wenig die Spannung fehlt, werde ich mir die BBC-Fassung von The Fall bei ZDFneo ansehen, zumindest die fehlenden Szenen. Hoffentlich rege ich mich nicht zu sehr auf, sondern schaffe es auf der Grundlage der Originalversion, dann endlich auch mal inhaltlich über die Serie zu schreiben.

Link:

“Call the Midwife”, “Borgen” und mehr: Serienempfehlungen zum Weltfrauentag

Heute ist der Internationale Frauentag, von einigen auch Frauenkampftag genannt. Weltweit wird jedes Jahr an diesem Tag daran erinnert, dass Frauen gegenüber Männern noch immer nicht vollständig gleichgestellt sind, dass sie weniger verdienen, geringere Aufstiegschancen haben, in einigen Teilen der Welt sogar immer noch nicht über dieselben Rechte verfügen wie Männer.

Auch in der Film- und Fernsehbranche kann von Gleichberechtigung von Mann und Frau und von der Gleichbehandlung der Geschlechter noch lange nicht die Rede sein. Vor und hinter der Kamera arbeiten mehr Männer als Frauen in verantwortlichen Positionen, häufig ist der männliche Blick ausschlaggebend dafür, was das Publikum auf der ganzen Welt auf Kinoleinwänden, Großbildfernsehern und sonstigen Bildschirmen zu sehen bekommt. Sowohl in Filmen als auch Serien sind Frauen noch allzu oft nur schmückendes Beiwerk, während der männliche Held die Handlung vorantreibt und die Welt rettet.

Es gibt aber zum Glück Ausnahmen, Filme und Serien also, in denen Frauen die Hauptfiguren, die Heldinnen sind – nicht immer strahlend, sondern auch mal tragisch, was jedoch nicht unbedingt schlecht sein muss. Aus Anlass des Weltfrauentages habe ich einige Serien ausgewählt, die ich insbesondere auch wegen ihrer interessanten Frauenfiguren schätze und daher gern weiterempfehlen möchte: Call the Midwife, Borgen, Orange Is the New Black, Agent Carter, Orphan Black und The Good Wife.

  • Call the Midwife (UK)

Die britische Serie Call the Midwife ist im Grunde DIE Frauenserie schlechthin, denn es geht um etwas spezifisch Weibliches: Schwangerschaft und Geburt.

Im Mittelpunkt von Call the Midwife steht eine Gruppe von Hebammen und Nonnen, die in einem verarmten Viertel von London Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre Geburtshilfe leisten und die häusliche Krankenpflege übernehmen. Die Serie basiert auf den gleichnamigen Memoiren einer britischen Krankenschwester, die in Großbritannien ein Beststeller wurden.

Auch wenn die Serie mit sehr viel Wärme erzählt wird und die Grundstimmung optimistisch ist, scheuen die Serienmacherinnen um Autorin Heidi Thomas und Produzentin Pippa Harris nicht vor ernsten Themen zurück. So werden Gewalt in der Ehe, Prostitution, Inzest, illegale Abtreibung und Alkoholismus behandelt, um nur einige zu nennen. Daneben gibt es aber auch immer wieder schöne, heitere Geschichten über Freundschaft und Liebe. Sogar die romantische Liebe zwischen Frauen wird thematisiert. In Staffel 4 erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer, dass Hebamme Patsy eine Beziehung mit der Krankenschwester Delia hat, die sie jedoch vor der Welt verbergen müssen.

Während Call the Midwife bei ZDFneo Ende letzten Jahres leider nur mit mäßigem Erfolg lief, ist die Serie in ihrer Heimat Großbritannien ein Hit. Das Finale der 5. Staffel, das am vergangenen Sonntag ausgestrahlt wurde, erzielte eine Traumquote und avancierte zur meistgesehenen BBC-Sendung des Jahres. Zum Glück gibt es die Serie bei uns aber auf DVD und bei verschiedenen VOD-Anbietern.

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