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Mein Serienjahr 2017: Zarah

Anhand der ZDF-Serie Zarah – Wilde Jahre konnten deutsche Serienfans in diesem Jahr – wenn sie es nicht schon wussten oder zumindest geahnt haben – einiges lernen. Zum Beispiel wie wichtig es ist, nicht nur die erste Folge einer Serie zu sehen, sondern mindestens auch die zweite. Dass man mit einer schlechten Programmplanung die Chancen einer Serie nachhaltig ruinieren kann. Und dass man dem ZDF einfach keine Serien anvertrauen darf, die über Traumschiff- und SOKO-Niveau hinausgehen.

Lernen konnte man aber auch, dass es durchaus möglich ist, in einer deutschen Serie, die keine Daily Soap oder Telenovela ist, eine sehenswerte Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen zu zeigen. Und dass man eine homosexuelle Figur – in diesem Fall sogar eine Titelfigur – erzählen kann, ohne sie auf ihre Sexualität zu reduzieren oder diese auch nur übermäßig herauszustellen.

Trotz meiner anfänglichen Skepsis und Irritationen, die man u.a. hier nachlesen kann und die sich auch bis zum Schluss nicht komplett gelegt haben, fand ich Zarah insgesamt besser, als ich nach der ersten Folge geglaubt hätte. Es ist schade, dass sich das ZDF die Chance, mal etwas anderes als den Serieneinheitsbrei zu etablieren, selbst versaut hat.

Zarah – Wilde Jahre – Staffel 1

Hier noch ein lesenswerter Artikel zum Thema:

Zarah” im ZDF: Ein vermeidbarer Fehlschlag | DWDL.de

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Serienkritik: Zarah – Wilde Jahre (Folge 1)

Im ZDF startet am morgigen Donnerstag die 6-teilige Serie „Zarah – Wilde Jahre“, in der es um die Frauenrechtlerin Zarah Wolf geht, die den Posten der stellvertretenden Chefredakteurin der männerdominierten Zeitschrift “Relevant” übernimmt. Die erste Folge ist bereits in der Mediathek verfügbar. Ich habe mal reingeschaut und mir ein paar Notizen gemacht.

Zarah Wolf (Claudia Eisinger) hat Großes vor an ihrem neuen Arbeitsplatz. (Bild: ZDF/Georges Pauly)
Eine deutsche Serie – soll ich da überhaupt reinschalten?

Was deutsche Serien angeht, insbesondere wenn sie von öffentlich-rechtlichen Sendern in Auftrag gegeben wurden, bin ich inzwischen grundsätzlich skeptisch. Häufig sind mir die Geschichten zu plakativ und zu vorhersehbar erzählt und die Figuren zu stereotyp. Oft spare ich mir diese Serien daher inzwischen, auch wenn das Thema ganz interessant sein könnte.

In Zarah – Wilde Jahre habe ich vor allem aus einem Grund reingeschaut, nämlich weil es in der Ankündigung folgenden Satz gab: “Dass Verlegertochter Jenny (Svenja Jung) sich in sie verliebt, macht die Sache nur noch komplizierter.“ Auch wenn ich bei der Darstellung von Liebe zwischen Frauen in deutschen Serien fast noch skeptischer bin als beim Thema deutsche Serien allgemein, hat dies doch meine Neugier geweckt. Es musste allerdings ein weiterer Aspekt hinzukommen, damit ich tatsächlich eingeschaltet habe: Dass die berechtigte Hoffnung besteht, dass beide Frauen überleben und keine einen frühen Serientod sterben muss. Denn ja, das sogenannte Dead Lesbian Syndrome ist auch in deutschen Serien ein Thema, wie Charité gerade erst bewiesen hat, und darauf habe ich schlicht überhaupt keine Lust mehr.

Wenn dir die “love interest” sympathischer ist als die Hauptfigur…

Tatsächlich kann ich mir gut vorstellen, dass eine Liebesgeschichte zwischen Zarah und Jenny, wenn es denn dazu kommt, ganz interessant und sehenswert sein kann. Das liegt, zumindest gemessen an der Pilotfolge, aber leider nicht an Zarah, sondern an Jenny, die für mich in der ersten Folge die interessantere Figur war.

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