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Die 100 großartigsten Fernsehsendungen aller Zeiten. Oder auch nicht.

Die Zeitschrift “Rolling Stone” wollte eine Liste mit den 100 großartigsten Fernsehsendungen aller Zeiten erstellen und befragte dafür eine Gruppe von Leuten, die sich damit – vermeintlich – auskennen. Das Ergebnis lässt allerdings so einige Fragen offen. Was genau ist es eigentlich, das eine Sendung großartig macht? Und gibt es gutes Fernsehen tatsächlich nur in den USA?

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Vor einigen Tagen hat die Zeitschrift Rolling Stone eine Liste der “100 Greatest TV Shows of All Time” veröffentlicht, also der 100 großartigsten Fernsehsendungen aller Zeiten. Nun lässt sich über diese Art von Listen ja immer vortrefflich streiten, insbesondere wenn nicht klar ist, wonach sich überhaupt beurteilt, was eine Sendung großartig macht. Ich zum Beispiel kann mit der Serie Breaking Bad nichts anfangen und habe Mitte der ersten Staffel entnervt aufgegeben. Mir ist jedoch bewusst, dass viele Leute sehr begeistert von dieser Serie sind, sonst hätte sie wohl auch nicht so viele Preise eingeheimst und wäre nicht auf Platz 3 der Rolling Stone-Liste gelandet. Laut Rolling Stone wurden für die Liste Expertinnen und Experten nach ihrer Meinung gefragt: “actors, writers, producers, critics, showrunners”. Nach welchen Kriterien die Befragten ihr Votum abgegeben haben, schreibt Rolling Stone allerdings leider nicht und auch nicht, wie vielfältig die Gruppe der Befragten besetzt war.

Was sich jedoch vermuten lässt: Dass der überwiegende Teil der Gruppe aus US-Amerikanerinnen und -Amerikanern bestand. Anders kann ich mir kaum erklären, wie amerikanisch die Liste ist. Die aufgeführten Serien sind entweder in den USA produziert worden oder aber zumindest englischsprachig und deshalb in den USA bekannt. Fremdsprachige Serien sind Fehlanzeige. Dabei können auch andere Länder gute Serien produzieren, wie sich gerade in den letzten Jahren am Erfolg der sogenannten Nordic Noir-Serien aus Skandinavien zeigt. Beispielsweise hat mich selten eine Serie so begeistert wie die dänische Produktion Borgen, die meiner Ansicht nach auf einer Liste der großartigsten Serien aller Zeiten definitv einen Platz verdient gehabt hätte, ebenso übrigens wie die deutsche Serie Berlin Berlin, die an Originalität und Kreativität deutlich mehr zu bieten hatte als so manche US-Serie auf der Liste.

Leider sind internationale Serien häufig nur in Form von Remakes im amerikanischen Fernsehen zu sehen, wie beispielsweise Homeland (89), das auf der israelischen Serie Hatufim basiert. Der ein oder andere Blick über den Tellerrand ab und zu könnte sicherlich nicht schaden.

Auch ansonsten weicht die Meinung der befragten Expertinnen und Experten an vielen Stellen von meiner eigenen ab. Von den Sendungen, die in den Top 10 gelandet sind, gehört keine einzige zu meinen persönlichen Favoriten. Von denen finden sich ohnehin nur wenige, aber immerhin doch die ein oder andere auf der Liste wieder. Dazu gehören Orange Is the New Black (37), Buffy the Vampire Slayer (38) und Battlestar Galactica (45). Ziemlich erstaunt war ich, dass es die Golden Girls nur auf Platz 98 geschafft haben. Die Sitcom aus den 1980er Jahren um die Mitbewohnerinnen Dorothy, Rose, Blanche und Dorothys Mutter Sophia war ihrer Zeit so sehr voraus, dass einige der Themen, die adressiert wurden, noch heute aktuell sind. Unter anderem setzte die Serie gleich mehrfach ein deutliches Zeichen für die Akzeptanz von Homosexualität und gegen Vorurteile und Diskriminierung.

Aber immerhin ist Golden Girls überhaupt auf der Liste, während einige aus meiner Sicht ebenfalls sehr großartige Serien leider nicht dabei sind. Neben den oben schon erwähnten internationalen Produktionen Borgen und Berlin Berlin vermisse ich auch einige US- bzw. englischsprachige Serien, wie beispielsweise Cagney & Lacey, die allein deshalb bahnbrechend war, weil in ihr als einer der ersten Serien Frauen im Berufsleben im Mittelpunkt standen, noch dazu in der Männerdomäne Polizei. Außerdem hätte ich gern The Good Wife und Call the Midwife auf der Liste gesehen.

Auch wenn es im Ergebnis also nicht wirklich die 100 großartigsten Fernsehsendungen aller Zeiten sind, kann es für Serienfans dennoch unterhaltsam sein, sich durch die Liste zu scrollen: Die Rolling Stone-Redaktion hat sich nämlich die Mühe gemacht, zu jeder Sendung nicht nur einen kurzen Text zu schreiben, sondern auch einen passenden YouTube-Clip herauszusuchen.

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#GoodWifeFarewell: Einige Gedanken zum Serienfinale von “The Good Wife”

Das Finale der Serie “The Good Wife” hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Ich selbst fand die Folge stimmig, insbesondere mit Blick auf die Serie insgesamt, und habe hier mal ein paar Gründe dafür aufgeschrieben.

The Good Wife

In den USA lief am Sonntagabend das Finale der Serie The Good Wife. Die Folge insgesamt, insbesondere aber deren Ende stießen auf sehr unterschiedliche Reaktionen – von Euphorie bis hin zu Enttäuschung, nachzulesen u.a. bei Twitter unter dem Hashtag #GoodWifeFarewell. Ein Beispiel für kritische Töne ist Maureen Ryan, Fernsehkritikerin für die Zeitschrift Variety, die ihren gemischten Gefühlen über die Abschlusssequenz in diesem Artikel Ausdruck gegeben hat: ‘The Good Wife’ Finale Review: Alicia Revisits Her Past, Faces Ambiguous Future.

Auch wenn ich Maureen Ryans häufig zustimme – in diesem Fall sehe ich einiges von dem, was sie schreibt, anders. Ich fand das Staffelfinale, einschließlich der letzten Sequenz, sehr stimmig für eine Serie, die es ihrer Hauptfigur und den Fans nie leicht gemacht hat.

(Vorsicht: Es folgen Spoiler!)

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“Call the Midwife”, “Borgen” und mehr: Serienempfehlungen zum Weltfrauentag

Heute ist der Internationale Frauentag, von einigen auch Frauenkampftag genannt. Weltweit wird jedes Jahr an diesem Tag daran erinnert, dass Frauen gegenüber Männern noch immer nicht vollständig gleichgestellt sind, dass sie weniger verdienen, geringere Aufstiegschancen haben, in einigen Teilen der Welt sogar immer noch nicht über dieselben Rechte verfügen wie Männer.

Auch in der Film- und Fernsehbranche kann von Gleichberechtigung von Mann und Frau und von der Gleichbehandlung der Geschlechter noch lange nicht die Rede sein. Vor und hinter der Kamera arbeiten mehr Männer als Frauen in verantwortlichen Positionen, häufig ist der männliche Blick ausschlaggebend dafür, was das Publikum auf der ganzen Welt auf Kinoleinwänden, Großbildfernsehern und sonstigen Bildschirmen zu sehen bekommt. Sowohl in Filmen als auch Serien sind Frauen noch allzu oft nur schmückendes Beiwerk, während der männliche Held die Handlung vorantreibt und die Welt rettet.

Es gibt aber zum Glück Ausnahmen, Filme und Serien also, in denen Frauen die Hauptfiguren, die Heldinnen sind – nicht immer strahlend, sondern auch mal tragisch, was jedoch nicht unbedingt schlecht sein muss. Aus Anlass des Weltfrauentages habe ich einige Serien ausgewählt, die ich insbesondere auch wegen ihrer interessanten Frauenfiguren schätze und daher gern weiterempfehlen möchte: Call the Midwife, Borgen, Orange Is the New Black, Agent Carter, Orphan Black und The Good Wife.

  • Call the Midwife (UK)

Die britische Serie Call the Midwife ist im Grunde DIE Frauenserie schlechthin, denn es geht um etwas spezifisch Weibliches: Schwangerschaft und Geburt.

Im Mittelpunkt von Call the Midwife steht eine Gruppe von Hebammen und Nonnen, die in einem verarmten Viertel von London Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre Geburtshilfe leisten und die häusliche Krankenpflege übernehmen. Die Serie basiert auf den gleichnamigen Memoiren einer britischen Krankenschwester, die in Großbritannien ein Beststeller wurden.

Auch wenn die Serie mit sehr viel Wärme erzählt wird und die Grundstimmung optimistisch ist, scheuen die Serienmacherinnen um Autorin Heidi Thomas und Produzentin Pippa Harris nicht vor ernsten Themen zurück. So werden Gewalt in der Ehe, Prostitution, Inzest, illegale Abtreibung und Alkoholismus behandelt, um nur einige zu nennen. Daneben gibt es aber auch immer wieder schöne, heitere Geschichten über Freundschaft und Liebe. Sogar die romantische Liebe zwischen Frauen wird thematisiert. In Staffel 4 erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer, dass Hebamme Patsy eine Beziehung mit der Krankenschwester Delia hat, die sie jedoch vor der Welt verbergen müssen.

Während Call the Midwife bei ZDFneo Ende letzten Jahres leider nur mit mäßigem Erfolg lief, ist die Serie in ihrer Heimat Großbritannien ein Hit. Das Finale der 5. Staffel, das am vergangenen Sonntag ausgestrahlt wurde, erzielte eine Traumquote und avancierte zur meistgesehenen BBC-Sendung des Jahres. Zum Glück gibt es die Serie bei uns aber auf DVD und bei verschiedenen VOD-Anbietern.

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Emmynominierungen 2015: Hauptsache Maslany

Am vergangenen Donnerstag wurden in Los Angeles die Nominierungen für die Primetime Emmy Awards 2015 bekannt gegeben. Seitdem wird in sozialen Netzwerken und auf Fanwebseiten fleißig diskutiert.

Viele Serienfans machen ihrem Unmut darüber Luft, dass die Nominierungen zu konservativ seien, dass immer nur dieselben Serien/DarstellerInnen/AutorInnen etc. nominiert würden, obwohl andere Serien- und Serienschaffende es viel mehr verdient hätten. Dabei hat natürlich jeder Serienfan unterschiedliche Favoriten, die er bzw. sie gern auf der Liste gesehen hätte. Nur eine Entscheidung wird wirklich einhellig gefeiert: Die Nominierung von Tatiana Maslany in der Kategorie “Outstanding Lead Actress in a Drama Series” für ihre Darstellung von “Sarah, Alison, Cosima, Helena, Rachel and Krystal” in der Serie Orphan Black. (Wer die Serie nicht kennt: Damit hat die Academy noch nicht einmal alle der von Tatiana Maslany in der Serie dargestellten Figuren aufgezählt.)


Als Orphan Black-Fan habe ich ebenfalls über die Nominierung von Tatiana Maslany gejubelt. Ansonsten fällt es mir allerdings eher schwer, mir zu den Nominierungen eine Meinung zu bilden. Mein Seriengeschmack ist mit dem, was die Mitglieder der Television Academy für nominierungs- und preiswürdig erachten, nämlich nicht sehr kompatibel. Soll heißen: Ich gucke die meisten der nominierten Serien nicht, selbst wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

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