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Warum “Mila” nicht auf meiner Serienliste landet…

… ich aber trotzdem hoffe, dass die Serie ein Erfolg wird

Anfang der Woche ist bei Sat.1 die neue Serie Mila gestartet, leider alles andere als erfolgreich. Auch ich kann der Serie nicht viel abgewinnen – und hoffe dennoch auf bessere Quoten.

Susan Sideropoulos als Mila (Bild: obs/SAT.1/Claudius Pflug)
Susan Sideropoulos als Mila (Bild: SAT.1/Claudius Pflug)

Vielleicht hatte man bei Sat.1 schon geahnt, wie schwierig es werden würde, eine neue Serie im Vorabendprogramm zu platzieren, und deshalb im Vorfeld massiv die Werbetrommel gerührt. Jedenfalls wussten auch weniger Serien-interessierte Menschen bereits seit Wochen, dass bei Sat.1 am 7.9. mit Mila eine neue Vorabendserie an den Start gehen würde.

Genützt hat es wenig, denn aus Quotensicht legte die Serie, wie es das Medienmagazin DWDL beschreibt, einen “völligen Fehlstart hin”. Gegen Ende der ersten Woche konnten sich zwar ein paar mehr Zuschauer_innen für die neue tägliche Serie begeistern; davon, als Publikumserfolg zu gelten, ist Mila aber noch meilenweit entfernt.

Was mich irgendwie nicht wirklich wundert, denn auch auf meine Liste der Serien, die ich regelmäßig gucken möchte, hat es Mila nicht geschafft. Dabei habe ich ihr durchaus eine Chance gegeben und mir alle fünf Folgen aus dieser Woche angesehen – und das, obwohl ich schon der ersten Folge nicht mit voller Aufmerksamkeit folgen konnte:

Einer der Hauptgründe dafür, dass ich kein Bedürfnis habe, Mila weiterzugucken, ist, dass ich mit der Grundidee der Serie nichts anfangen kann. Torschlusspanik mit Anfang 30 und die krampfhafte Suche nach dem Traummann, der möglichst bis zur Hochzeit der jüngeren Schwester in 287 Tagen gefunden sein muss – das wirkt nicht nur für mich ein wenig aus der Zeit gefallen und bedient uralte Klischees. Zwar würde ich nicht so weit gehen wie eine Kolumnistin auf stern.de, die die Serie als “Beleidigung für jede Singlefrau” ansieht. Dieser Plot passt nur einfach so gar nicht in das urbane, bemüht hippe Setting, in dem die Serie angesiedelt ist.

Dass ich dem Konzept “Traummann” und der “Suche nach Mr. Right” grundsätzlich wenig abgewinnen kann, spielt dabei sicherlich auch ein gewisse Rolle, allerdings keine große. Es gab und gibt nicht wenige Serien, in denen heterosexuelle Liebesirrungen und -wirrungen auf eine Art und Weise erzählt werden, dass selbst ich mitfiebere. Zumindest in der ersten Woche war das bei Mila allerdings nicht der Fall. Was für mich persönlich auch mit der Hauptfigur zusammenhängt, die für meinen Geschmack ein wenig zu überkandidelt und chaotisch ist. Auf manche mag das charmant wirken. Ich finde es eher nervtötend.

Dabei gab es durchaus Szenen, die ich recht amüsant fand bzw. die mich wirklich zum Lachen gebracht haben. Insgesamt ist mir die Serie aber zu albern, sind mir die meisten Figuren zu klischeehaft und überzeichnet und einige Plotideen schlicht zu unplausibel. Wer kommt denn auf die Idee, die Suche nach dem Traummann auf der Weihnachtsfeier des Online-Magazins, bei dem man arbeitet, zu beginnen, wo man doch – zumindest theoretisch – alle Leute kennt?

Dass nicht nur mein persönlicher Eindruck von Mila so wenig erfreulich ausfällt finde ich wirklich schade, denn ich hatte tatsächlich gehofft, dass ich die Serie mögen würde und dass sie ein Erfolg wird. Nicht, weil ich plötzlich ein großer Fan des “Bällchensenders” Sat.1 geworden wäre. Die abrupte und unrühmliche Absetzung von Hand aufs Herz, auch wenn sie schon vier Jahre her ist, ist für mich noch immer unverzeihlich. Aber immerhin traut sich endlich mal wieder ein Privatsender, gegen den “Scripted Reality”-Strom am Vorabend anzuschwimmen. Außerdem klang das, was bei DWDL im Vorfeld aus Anlass eines Set-Besuchs bei Mila geschrieben wurde, eigentlich ganz vielversprechend. Und last but not least – auch wenn das jetzt wirklich mega-subjektiv ist – würde es mich für Dennis Schigiol, der in der Serie den “Nils Thaler” spielt, freuen, wenn Mila eine etwas längerfristige Zukunft hätte.

Was zu dem ein wenig widersprüchlichen Ergebnis führt, dass ich mir wünsche, dass das deutsche Fernsehpublikum eine Serie entdeckt, an der ich selbst derzeit so, wie sie ist, kein Interesse habe. Immerhin wäre es nicht das erste Mal, dass das passiert – ich werde die Daumen also noch ein bisschen gedrückt halten.