Queere Frauenfiguren in deutschen Serien – Archiv

Hinweis: Das Archiv befindet sich noch im Aufbau und ist alles andere als vollständig.

Alles was zählt (RTL)

Die Romanze der Eisläuferin Chiara mit der Köchin Ina hielt nicht lang und Ina verließ Essen, wo die Serie spielt. Chiara blieb zwar, doch ob das Label queer auf sie überhaupt noch passte, musste sich erst zeigen. Nachdem für viele Zuschauer*innen eigentlich klar war, dass Chiara sich als lesbisch geoutet hatte, meinten die Autor*innen nämlich plötzlich, dass sie doch die ganze Zeit bi gewesen sei und schrieben ihr wieder einen Mann ins Drehbuch. Nach der Aktion war ich skeptisch, ob sie sich jemals wieder daran erinnern würden, dass Chiara auch Frauen liebt. Doch tatsächlich fiel es ihnen wieder ein und Chiara durfte sich in ihre neue Trainerin Ava vergucken. (Mehr dazu in der Rubrik “Aktuell”.)

Becoming Charlie (ZDFneo)

Charlie fühlt sich weder als Mann noch als Frau. In Charlies Umfeld trifft dies allerdings auf Unverständnis. Erst durch Ronja erfährt Charlie zum ersten Mal, was Nichtbinarität ist. Unterstützung bekommt Charlie schließlich auch von Tante Fabia, der Schwester von Charlies Mutter, und deren Frau Maya.

– Dahoam is Dahoam (BR)

Verliebt, verlobt, verheiratet. Nach einem holperigen Start wurden Sarah und Jenny zunächst beste Freundinnen, haben sich dann verliebt und später auch geheiratet. Kurz nach der Hochzeit haben sie den Ort Lansing, in dem die Serie spielt, gemeinsam verlassen.

– Druck (funk)

Die sechste Staffel der Jugendserie drehte sich um Fatou, die sich in ihre Mitschülerin Kieu My verliebt hatte. Im Sommer 2022 lief die achte Staffel, in der Fatou auch weiterhin dabei war, aber nicht mehr im Mittelpunkt stand. Ob es eine weitere Staffel geben wird, scheint noch nicht bekannt zu sein.

– Eldorado KaDeWe (ARD)

Im Berlin der 1920er Jahre verlieben sich Fritzi Jandorf, deren Familie das berühmte Kaufhaus KaDeWe gehört, und die Verkäuferin Hedi Kron ineinander.

Gute Zeiten, schlechte Zeiten (RTL)

Bei GZSZ gab es im Laufe der Zeit mehrere queere Frauenfiguren. Die Liebesgeschichte zwischen Saskia und Harumi war eine der ersten, wenn nicht sogar die erste dieser Art in einer deutschen Serie, sogar noch vor der Lindenstraße (wenn auch nur einige Wochen). Es folgten Paula und Franzi, eine Geschichte, die leider dramatisch endete. Später mischte die lesbische Anni mehrere Jahre den Kolle-Kiez auf. Sie hatte gleich mehrere One Night Stands, Affären und Beziehungen. Die wichtigste war sicherlich die mit Jasmin. Sie hatte aber auch was mit Pia, Rosa und am Schluss Jasmins Mutter Katrin. Katrin ist als einzige aktuell noch dabei, war nach ihrer kurzen Affäre mit Anni aber meines Wissens nie wieder mit einer Frau zusammen, weshalb GZSZ aktuell auch noch unter „Queer auf dem Papier” aufgeführt ist.

– Schloss Einstein (KiKA)

Ich habe die Liebesgeschichte zwischen den Schülerinnen Cäcilie und Leni nicht verfolgt, aber hier gibt es eine Beschreibung.

SOKO Köln (ZDF)

Die SOKO Köln wurde einige Jahre von Helena Jung geleitet. Sie hatte davor eine Weile verdeckt ermittelt und in dieser Zeit eine Beziehung mit der Freundin ihrer Zielperson angefangen. Helena hat selten über ihr Privatleben gesprochen, aber bei Ermittlungen zu einem Fall fanden ihre Kollegen heraus, dass sie mit einer der Zeuginnen wohl mal mehr als Freundschaft verbunden hat. Eine Beziehung mit einer Frau hatte sie in der Serie meines Wissen nie, wohl aber mit einem Mann, weshalb ich sie auch in die Kategorie „Queer auf dem Papier” eingeordnet hatte.

– SOKO Potsdam (ZDF)

Ohne dass es jemals ausdrücklich ausgesprochen wurde, konnte man aus dem Verlauf des Liebeslebens von Kommissarin Luna schließen, dass sie bisexuell ist. In Staffel 2 hatte sie eine kurze Beziehung mit Lydia, in Staffel 3 mit ihrem Kollegen Marcel. Nach der vierten Staffel ist sie aus der Serie ausgeschieden.

– Sturm der Liebe (ARD)

Vor Carolin und Vanessa, deren Storyline von Herbst 2022 bis Sommer 2023 lief, gab es beim „Sturm“ schon mal ganz kurz eine Storyline über ein Frauenpaar, nämlich Nina und Chris. Die war, was man so liest, sehr soapig und nicht die Repräsentation queerer Frauen, die man sich wünscht: Nina wurde zweimal nach One Night Stands mit Männern schwanger, einmal gezielt, einmal, nachdem ihre Lebensgefährtin Chris sie betrogen hatte.

Auch bei Carolin und Vanessa gab es eine überraschende Schwangerschaft. Kurz vor einer geplanten Doppelhochzeit entwickelten die beiden Bräute Carolin und Vanessa Gefühle füreinander. Nach viel soaptypischem Hin und Her verließen sie ihre jeweiligen Bräutigame und wurden ein Paar. Wie in einer Soap üblich blieb ihr frisches Liebesglück nicht lange ohne Komplikationen: Vanessa stellte fest, dass sie von ihrem Ex schwanger war. Trotzdem blieben sie und Carolin ein Paar und heirateten sogar, wenn auch zunächst nur symbolisch. Obwohl Mutti, Mama, Papa, Kind in den bayerischen Bergen tatsächlich gutzugehen schien, beschlossen die beiden, den Fürstenhof zu verlassen, um mit Söhnchen Artur in ein eigenes Haus nach Kärnten zu ziehen, in die Nähe von Vanessa Vater.

– Tatort (Luzern; SRF)

Auch wenn andere Kommissare mehr Aufmerksamkeit bekommen haben: Kommissarin Liz Ritschard dürfte die erste queere Tatort-Kommissarin gewesen sein. Ihr Liebesleben stand aber leider deutlich weniger im Fokus als das ihres männlichen Kollegen. Immerhin: Bis zum Schluss hatte sie immer mal wieder eine Freundin, die sie sogar küssen durfte.

– Vierwändeplus (ZDFneo)

Zu der Baugruppe, um die es in der Serie geht, gehören auch die Ärztin Bo, ihre Partnerin Julia sowie deren Teenager-Sohn Gregor. Die Serie ist in der ZDF-Mediathek noch verfügbar, eine Fortsetzung wird es aber wohl nicht geben.

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