Ausgabe 6: If at first you don’t succeed…

In dieser Ausgabe:

  • Neue Folgen von Grey’s Anatomy und Station 19
  • Ein Flirt für Miriam in In aller Freundschaft
  • Ein Frauenpaar auf dem Traumschiff
  • Außerdem: Notizen zu Alles was zählt, Charité, Death and Other Details, Star Trek: Lower Decks und Monarch: Legacy of Monsters

Liebe Serienfans,

hier ist sie endlich, die nächste Ausgabe der queer notes. Es hat ein wenig länger gedauert als geplant.

Dabei hatte ich die Ausgabe eigentlich schon so gut wie fertig und wollte sie Ende März verschicken. Es fehlten nur noch einige Kleinigkeiten und eine letzte Korrekturschleife. Dann gab es zu einer Serie, über die ich geschrieben hatte, Neuigkeiten, die ich verarbeiten wollte. Und da sich der Versand nun ohnehin verzögerte, wollte ich noch eine andere Serie aufnehmen, bei der ich aber die entsprechende Folge erst noch sehen musste. Dann war Ostern. Und kurz danach stand auch schon das Wiedersehen mit Arizona Robbins bei Grey’s Anatomy an, das ich ja dann ebenfalls noch abwarten konnte. Und so ging es immer weiter, bis der Rest der – eigentlich fertigen! – Ausgabe irgendwie auch nicht mehr passte und umgeschrieben werden musste, was wiederum einige Zeit in Anspruch genommen hat.

Nun ist sie aber endlich fertig und ich finde, dass sich die Verzögerungen gelohnt haben. Denn diese Ausgabe ist jetzt inhaltlich sehr viel umfangreicher, als sie es Ende März gewesen wäre.

Viel Spaß beim Lesen!


Neues aus Shondaland

Seit Anfang März laufen in den USA neue Folgen der von Shonda Rhimes produzierten Serien Grey’s Anatomy und Station 19 (bei uns auch als Seattle Firefighters bekannt).

Vorsicht, Spoiler!

Für die Feuerwehrserie Station 19 wird es leider die letzte Staffel sein, denn ABC hat schon vor Wochen bekannt gegeben, dass die Serie nicht verlängert wird. Entsprechend hoffen die Fans auf ein Happy End für ihre Lieblingsfiguren. Für Feuerwehrfrau Maya und ihre Frau, die Ärztin Carina, würde dies bedeuten, dass es endlich mit dem ersehnten Nachwuchs klappt. Und tatsächlich sieht es aktuell gut aus. Wie von vielen bereits nach dem Ende der vorherigen Staffel spekuliert worden war, haben die beiden Baby Liam aufgenommen, dessen Mutter im Finale der 6. Staffel schwer verletzt worden war und dies leider nicht überlebt hat. Und auch Baby Nr. 2 ist bereits in Planung, wenn es hier auch einige Hindernisse gibt. Einen schönen Clip dazu gibt es bei Instagram.

Auch bei Grey’s Anatomy gibt es wieder ein Frauenpaar. Im Finale der vorherigen Staffel waren Mika Yasuda und Taryn Helm zusammengekommen, kurz bevor Taryn Mikas Vorgesetzte wurde. Hier sind Spannungen entsprechend vorprogrammiert. Zudem wurde bereits angedeutet, dass sich nach Amelias Trennung von Kai etwas zwischen ihr und der neuen Kinderchirurgin Monica Beltran entwickeln könnte (die übrigens von der offen queeren Schauspielerin Natalie Morales gespielt wird).

Und dann war da natürlich das Wiedersehen mit Arizona Robbins. In der Folge, die in den USA am 4.4. ausgestrahlt wurde, kam sie auf Bitten von Bailey zurück nach Seattle, um eine komplizierte und bahnbrechende neue OP durchzuführen. Leider wurde Arizonas Privatleben in New York in der Folge nicht thematisiert, so dass immer noch nicht klar ist, ob es zwischen ihr und Ex-Frau Callie zu einer Versöhnung gekommen ist. Trotzdem war der Gastauftritt von Jessica Capshaw ein Highlight. Arizona war und ist eine tolle Figur und ähnlich wie Addison Montgomery in der vorherigen Staffel darf sie gern öfter wieder zu Besuch kommen.


In aller Freundschaft: Ein Flirt für Miriam

Als vor einigen Jahren eine der populärsten Serien im deutschen Fernsehen ein Frauenpaar etablierte, war das ein riesiger Schritt in Sachen Sichtbarkeit. Leider sind Schwester Miriam Schneider und ihre Ehefrau Rieke in In aller Freundschaft inzwischen wieder getrennt und Miriam kümmert sich allein um Pflegesohn Cosmo. In Folge 1046, die im März ausgestrahlt wurde, lernt sie in der Klinik die IT-Expertin Theresa kennen, die sichtlich mit ihr flirtet. Es kommt auch zu einem Kuss, doch Miriam ist unsicher, ob sie wirklich schon bereit und offen für eine neue Beziehung ist. Immerhin endet die Folge damit, dass eine Telefonnummer auf einen Unterarm geschrieben wird – so begann auch die Liebesgeschichte von “Mieke” Miriam und Rieke. Hoffen wir mal, dass es ein Zeichen ist und die Autor*innen nicht einfach nur vergesslich oder unkreativ waren.


Ein Frauenpaar auf dem Traumschiff

Und da wir gerade bei populären deutschen Serien sind: Eine, die sich mit queeren Figuren immer noch ziemlich schwertut, ist Das Traumschiff. In der an Ostern ausgestrahlten Folge durfte jetzt aber tatsächlich mal ein Frauenpaar mitreisen. Annika und Melly sind frisch verheiratet. Ihre Flitterwochen werden jedoch gestört, als Mellys verwitweter Vater Klaus überraschend ebenfalls auf dem Schiff auftaucht.

Annika (Maxine Kazis) und Melly (Marija Mauer) (Bild: ZDF / Dirk Bartling)

Nun erwartet man beim Traumschiff nicht unbedingt ausgefeiltes Storytelling und authentische Figurenentwicklung. Die Reihe ist eher geprägt durch Handlungen nach Schema F und schöne Bilder. Und dem Zielpublikum wollte man vielleicht auch nicht gleich zu viel zumuten. Händchenhalten, Küsse auf die Wange und na gut, zwei zahme Küsse auf den Mund. Das wäre auch alles soweit in Ordnung, wenn nicht das Hetero-Pärchen, dass sich gerade erst kennengelernt hat, deutlich leidenschaftlicher – und sogar zusammen im Bett – gezeigt wurde als zwei Frauen, die vermeintlich in den Flitterwochen sind. Da reicht es eben nicht, in jeden zweiten Satz “Ihre Frau”, “deine Frau”, “meine Frau” einzubauen, um klarzustellen, dass die beiden auch wirklich ganz echt und richtig verheiratet sind, wenn die Gleichbehandlung auf dem Papier aufhört und nicht auch in der Umsetzung gezeigt wird. Auch dem Traumschiff-Publikum dürfte klar sein, dass zwei Frauen in den Flitterwochen nicht nur Händchen halten.

Aber immerhin war es ein Anfang. Und beim nächsten Mal klappt das mit der Gleichbehandlung vielleicht schon ein bisschen besser.


Kurz notiert:

  • In der RTL-Soap Alles was zählt steht eine Hochzeit an. Eisläuferin Chiara heiratet ihre Trainerin Ava. Leider bedeutet das wohl wie so oft auch das Ende der Storyline, denn wie es aussieht, steigen die Darstellerinnen Alexandra Fonsatti und Laura Egger aus der Serie aus. Bilder von der Hochzeit, die Ende April zu sehen sein soll, gibt es im RTL Media Hub.
  • In der neuen Staffel der ARD-Serie Charité steht u.a. ein Frauenpaar im Mittelpunkt. Die Forscherin Maral kehrt zusammen mit ihrer Frau, der Gynäkologin Julia, an die Charité zurück, wo sie die Leitung des Instituts für Mikrobiologie übernimmt. Die inzwischen vierte Staffel der Serie spielt in der Zukunft. In der ersten Staffel, die Ende des 19. Jahrhunderts spielte, hatte es auch eine queere Frauenfigur gegeben – und leider einen Fall von “bury your gays”.
  • Die Serie Death and Other Details, in der gleich drei queere Frauenfiguren in einen Mordfall an Bord eines Kreuzfahrtschiffs verwickelt werden, wird leider nicht fortgesetzt. Das ist auch insofern schade, als sich im Finale andeutete, dass die Figur Anna Collier und ihre Frau Leila auch in Staffel 2 eine Rolle gespielt hätten. Die erste und nun einzige Staffel kann seit Anfang März bei Disney+ gestreamt werden. Und funktioniert übrigens auch ohne Fortsetzung, falls ihr doch noch reinschauen möchtet.
  • Und von noch einer Serie mit einer queeren Hauptfigur müssen wir uns demnächst verabschieden: Die fünfte Staffel der Animationsserie Star Trek: Lower Decks, die voraussichtlich im Herbst zu sehen sein wird, wird leider auch die letzte sein. In der Serie geht es um eine Gruppe junger Crewmitglieder auf einem Raumschiff der Föderation. Eine von ihnen ist Beckett Mariner, die eine Weile eine Beziehung mit Jennifer, einem weiteren Crewmitglied, hatte.
  • Nach den schlechten Nachrichten, dass mal wieder Serien mit queeren Frauenfiguren abgesetzt wurden, gibt es aber auch eine gute: Apple hat eine weitere Staffel von Monarch: Legacy of Monsters geordert. Mehr über die Serie könnt ihr in Ausgabe 4 des Newsletters lesen.

Das war’s erst einmal wieder. Wer weiterlesen möchte: Hier geht es zu früheren Ausgaben des Newsletters.