In dieser Ausgabe:
- Infos zu aktuellen Serien, u.a. PUSH, Vigil und Heartstopper
- Blick zurück: Erinnerungen an “Jemma”, “WayHaught” und eine meiner Lieblingsserienlesben, die ich immer noch vermisse
Liebe Serienfans,
wir sind tatsächlich bei der nunmehr 15. Ausgabe dieses Newsletters angekommen. Ich hatte mir mal vorgenommen, mindestens 10 Ausgaben zu veröffentlichen, und habe dann einfach weitergemacht. Auch wenn Regelmäßigkeit nicht so mein Ding ist, freu ich mich doch, dass ihr, liebe Abonnentinnen und Abonnenten, dem Newsletter überwiegend treu geblieben und sogar neu dazugekommen seid.
Eigentlich sollte diese Ausgabe etwas anders aussehen. Ich hatte sie auch schon fertig und wollte sie am vergangenen Sonntag verschicken. Am Samstagabend erhielt ich bei WhatsApp eine Nachricht von meiner Nichte: “Du bist nicht beim CSD in Berlin, oder?” War ich nicht, aber es hätte sein können. Ich war dort schon öfter, habe Freunde und Bekannte in der Stadt. Zum Glück ist von ihnen wohl niemand betroffen. Zumindest unmittelbar, denn mittelbar betrifft diese unbegreifliche, hasserfüllte Tat alle, die sich für das einsetzen, wofür ein CSD steht.
In der Version dieser Ausgabe, die eigentlich geplant war, hatte ich auch über schwierige Themen geschrieben, u.a. über queere Figuren in Serien als Opfer von Gewalttaten. Das ist zwar etwas, vor dem man nicht die Augen verschließen kann und ich werde den entsprechenden Text sicher irgendwann später auch veröffentlichen. Aber nicht heute. Stattdessen habe ich jetzt nur positive Nachrichten und Infos über queere Frauenfiguren und Serienpaare geschrieben, die ich gern sehe, über die ich mich freue. Und vielleicht gibt das der oder dem einen oder anderen von euch auch ein wenig Trost. Manchmal braucht man als Serienfan eben einfach nur was Schönes. Und zum Glück gibt es inzwischen auch solche queeren Storylines.
Viel Spaß beim Lesen!
Eure Meike
Beginnen möchte ich mit einem Frauenpaar, das ich in der letzten Ausgabe vergessen habe, obwohl ich die beiden sowohl einzeln, als auch zusammen wirklich toll und sehr unterhaltsam finde: Jett Reno und Lura Thok im neuen Star Trek-Ableger Starfleet Academy.
Die Figur Jett Reno wurde in Star Trek: Discovery eingeführt, auch dort wurde sie schon sehr unterhaltsam dargestellt von Comedian Tig Notaro. Nun ist sie Ausbilderin in der Sternenflottenakademie, wo sie, wie sich herausstellt, der Liebe wegen hingewechselt ist.
Ihre Partnerin Lura Thok ist dort ebenfalls Ausbilderin und zugleich rechte Hand der Direktorin der Akademie (letztere toll gespielt von Holly Hunter). Lura macht mit ihrer schroffen Art ihrer Herkunft alle Ehre, denn sie ist zur Hälfte Klingonin, zur Hälfte Jem’Hadar. Bei Jett zeigt sie jedoch auch eine andere, weichere, fürsorgliche Seite. Lura wird von der britischen Comedian Gina Yashere dargestellt und sie und Tig Notaro spielen das ungewöhnliche Paar höchst amüsant. Leider wurde bereits bekannt, dass die Serie nach der zweiten Staffel eingestellt wird. Ist zu hoffen, dass es in den verbleibenden Folgen noch einige weitere schönen Szenen mit Jett & Lura gibt wie zum Beispiel die, in der zum ersten Mal klar wird, dass die beiden ein Paar sind (Instagram).
Seit Mai ist die zweite Staffel der Hebammen-Serie PUSH in der ZDF-Mediathek verfügbar. Ich war bei der Serie etwas spät dran, aber zum Glück kann man auch Staffel 1 noch in der Mediathek sehen. Ich bin von PUSH insgesamt sehr begeistert. Auch die Liebesgeschichte zwischen Hebammen-Studentin Greta und Oberärztin Charlotte hat mir gut gefallen und ich hoffe sehr auf eine weitere Staffel. Natürlich habe ich Greta und “Dr. Mohn” auch in die Übersicht queerer Frauenfiguren in deutschen Serien aufgenommen, aber nicht nur das, sondern auch auf einer eigenen Unterseite ein bisschen mehr über ihre Storyline geschrieben.
Die BBC hat erste Bilder und einen Teaser-Trailer (YouTube) für die dritte – und wohl leider letzte – Staffel der Krimiserie Vigil veröffentlicht. Obwohl die Beschreibung der Handlung auf Beziehungsstress für die Polizistinnen Amy und Kirsten hindeutet (“Amy and Kirsten will need to catch the killer […] with both their careers and relationship on the line.”), bin ich einfach mal optimistisch. Vor allem freue ich mich, dass die beiden in dieser Staffel zusammen vor Ort ermitteln und damit das Potenzial für gemeinsame Szene deutlich höher ist als in den ersten beiden Staffeln. Die neue Staffel soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Apropos britische Serien: Mitte Juli hat Netflix Heartstopper Forever veröffentlicht. Zwar ist es ein bisschen schade, dass es statt einer finalen Staffel “nur” einen Abschlussfilm für die wunderbare Serie Heartstopper gibt, aber das ist natürlich immer noch besser, als wenn sie die Serie einfach nach der dritten Staffel beendet hätten. Da der Film sich verständlicherweise auf die Hauptfiguren Nick und Charlie fokussiert, haben die anderen Figuren in dem vielfältigen und vor allem sehr queeren Freundeskreis leider etwas weniger Raum, aber auch sie bekommen alle einen – wie ich finde stimmigen und schönen – Abschluss.
Zum Ende dieser Ausgabe werfe ich einen Blick zurück: Auf ein Serienpaar, das mir vor 15 Jahren den Schlaf geraubt hat (im positiven Sinn); eine Serie, die vor 10 Jahren Premiere hatte und nicht nur, aber auch wegen eines tollen Frauenpaars zu einer meiner Lieblingsserien geworden ist; und eine meiner Lieblingsszenen mit einer meiner Lieblingsserienlesben, die ich immer noch vermisse.
- Neulich habe ich mal wieder in eine alte Playlist reingehört. In der waren einige Songs vom Hand aufs Herz-Soundtrack und mir ist bewusst geworden, dass es inzwischen 15 (!) Jahre her ist, seit die Storyline von Jenny und Emma gelaufen ist. Ein Jubiläum! Im Jahr 2011 hat die Liebesgeschichte von “Jemma” in der Sat.1-Telenovela einen internationalen Hype ausgelöst und ich war irgendwie mittendrin. Eine anstrengende Zeit mit teilwiese wenig Schlaf (Aufregung, Zeitverschiebung und seeehr viele Blog- und Forumsbeiträge, die zu schreiben waren), aber insgesamt ganz wunderbar und spannend. Einige der tollen Frauen, die ich durch das Fandom kennengelernt habe, treffe ich heute noch regelmäßig.
Ein bisschen mehr über diese Zeit habe ich vor 10 Jahren schon mal hier geschrieben: #ThrowbackThursday: Am Set von „Hand aufs Herz“ | medienbloggerin.de

- Noch nicht ganz so lange her, “nur” 10 Jahre, ist es seit der Veröffentlichung der ersten Staffel von Wynonna Earp. Die kanadische Mystery-Serie um die Nachfahrin des bekannten US-Marshals Wyatt Earp hatte im Frühjahr 2016 in den USA Premiere. Bereits im Laufe der ersten Staffel bahnte sich eine Beziehung zwischen Waverly, der Schwester der Hauptfigur, und der Polizistin Nicole an, die über den Lauf der insgesamt vier Staffeln der Serie die Hauptliebesgeschichte werden sollte. Und es gab sogar ein Happy End: Im Finale der Serie (hier mein Blogbeitrag dazu) im April 2021 haben Waverly und Nicole, von Fans liebevoll “WayHaught” genannt, geheiratet. (Inzwischen gab es auch einen Film, den ich leider noch nicht sehen konnte. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem kein Happy End für die beiden gab. Ich denke DAS hätte ich gelesen.)

- Im Pride Month Juni hat die Produktionsfirma Shondaland einen Blick auf queere Figuren und Storylines der von ihr produzierten Serien geworfen. Dabei ging es auch um die Szene in Grey’s Anatomy, in der Arizona Robbins mit Callies Vater spricht, nachdem der versucht hat, seine Tochter von der Beziehung mit Arizona abzubringen. Der Artikel enthält eine schöne Analyse der Szene und auch ein Video dazu. Auch wenn mich die Formulierung “a good man in a storm” ein bisschen irritiert, finde ich die Szene jedes Mal wieder toll geschrieben, toll gespielt von Jessica Capshaw, und so wichtig, nicht nur vor 16 Jahren, sondern auch heute noch.
16 Years Later, Arizona’s “Good Man in a Storm” Speech Still Resonates | shondaland.com
Das war’s erstmal wieder. Wie versprochen habe ich nicht so schöne Nachrichten, die es leider auch gab, weggelassen. Die trage ich nach, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Mehr Beiträge über queere Frauenfiguren in Serien gibt es im Blog: