“Doctor Who” thematisiert “Thasmin”!

Und zwar nicht nur zwischen den Zeilen, sondern ausdrücklich!

Ja, okay, diesen Beitrag hätte ich auch schon früher schreiben können. Denn wie sehr Yaz an Thirteen hängt, der von Jodie Whittaker gespielten 13. Inkarnation des Doctors, wurde schon früher klar, spätestens mit der Hologramm-Szene in Staffel 13, Flux.

Aber irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass wir jemals mehr bekommen würden als solche Szenen, die man im Zweifel noch uminterpretieren konnte in “eine sehr enge Freundschaft”. Das Team um Showrunner Chris Chibnall stand ja sowieso schon ausreichend unter Beschuss, weil sie es gewagt hatten, eine Frau mit der Titelrolle zu besetzen. Und dann noch eine queere Liebesgeschichte? Auch wenn LGBTQ*-Figuren bei Doctor Who keine Seltenheit sind, aber hier geht es immerhin um die Titelfigur!

Dann kam Eve of the Daleks (EotD), das Neujahrsspecial, und das mit der “sehr engen Freundschaft” löste sich in Wohlgefallen auf, jedenfalls in Bezug auf Yaz. Nachdem ihr Freund Dan sie direkt darauf angesprochen hatte, gestand sie ihm und zugleich auch sich selbst zum ersten Mal ihre tiefen, mehr als nur freundschaftlichen Gefühle für Thirteen ein:

Gestern wurde nun mit Legend of the Sea Devils (LotSD) ein weiteres Special ausgestrahlt und es bestätigte sich, worauf viele “Thasmin”-Fans gehofft hatten, nachdem Thirteen es gegenüber Dan in EotD noch abgestritten hatte: Auch Thirteen ist in Yaz verliebt. Gesagt hat sie es in LotSD zwar nicht direkt, aber wie sie mit Yaz gesprochen und wie sie sie angesehen hat, das war schon sehr eindeutig. Leider bestätigte sich noch etwas, was in EotD ebenfalls bereits angedeutet worden war: Dass Thirteen sich nicht auf diese Gefühle und eine Beziehung mit Yaz einlassen kann, weil es irgendwann, zwangsläufig, weh tun würde.

Thirteen (Jodie Whittaker, links) und Yaz (Mandip Gill)
(Screenshot; Quelle: BBC)

Ist damit alles vorbei? Tatsächlich wird das für Herbst geplante, dritte Special die letzte Folge für Jodie Whittaker als Doctor sein. Der Trailer verspricht Dramatik (und ein erneutes Wiedersehen mit einer Figur, über die ich mich schon im letzten November sehr gefreut habe; s. auch den “Kurz notiert”-Eintrag vom 22.11.2021). Aber wer weiß: Immerhin hat es schon mal ein Happy End für den Doctor und eine Begleiterin gegeben, nämlich für Rose und Ten, jedenfalls irgendwie. Vielleicht fällt Chris Chibnall & Co. ja für “Thasmin” etwas ähnliches ein. Vorsorglich sollten sich “Thasmin”-Fans aber schon mal auf ein gebrochenes Herz einstellen. Denn auch vor dem Happy Ende für Ten und Rose kam ja noch Doomsday

(PS: Just in case – “Thasmin” = Thirteen + Yasmin. ;))

(PPS: Thirteen hat River Song erwähnt! Und die Reaktion von Yaz, als Thirteen “my wife” gesagt hat – großartig. <3)

(PPPS: Ursprünglich war im Text vom Happy End von Eleven und Rose die Rede. Es waren natürlich Ten und Rose. 😬)

Einige Gedanken zu…: “Vigil”

Anfang des Jahres lief auf arte die britische Serie “Vigil”. Sowohl auf Twitter als auch in meinem Ausblick auf das Serienjahr 2022 habe ich jeweils schon kurz über die BBC-Produktion mit Suranne Jones und Rose Leslie in den Hauptrollen geschrieben. Ich hatte aber noch sehr viel mehr Gedanken, von denen ich einige jetzt hier mal aufgeschrieben habe.

  • First things first: Natürlich habe ich in die Serie vor allem wegen der Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren reingeschaut, den Polizistinnen Amy und Kirsten. Dass die Serie auch insgesamt sehr sehenswert ist, war nur ein schöner Bonus. 😉
  • Aber im Ernst: Zum Glück sind die Zeiten vorbei, in denen ich Serien nur deshalb gesehen habe, weil es in ihnen eine queere Frauenfigur oder eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen gab, und zwar völlig unabhängig davon, ob ich die Serie auch ansonsten gut fand. Inzwischen ist die Diversität insbesondere in internationalen Serien deutlich fortgeschritten und es gibt mehr Repräsentation, so dass ich eine Serie auch einfach manchmal nicht weitersehe, wenn ich mit ihr nichts anfangen kann, selbst wenn es in ihr queere Frauenfiguren gibt.

    Vigil nicht weiterzusehen, kam mir aber gar nicht erst in den Sinn, denn ich fand die Serie, auch unabhängig von der Liebesgeschichte, so spannend, dass ich sie tatsächlich weitgehend “gebinged” habe. Insofern war also nicht die Tatsache, dass die Serie insgesamt sehenswert war, das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, sondern die Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen.
Weiterlesen

Auf Wiedersehen, “Wynonna Earp”

(Dieser Text enthält Details aus den Staffeln 1 bis 3, aber keine Spoiler zu Staffel 4.)

Heute läuft in den USA das Finale der 4. Staffel von Wynonna Earp – und damit wahrscheinlich leider die letzte Folge der Serie insgesamt. Denn obwohl Staffel 5 wohl eigentlich bereits zugesagt war, hat der Sender Syfy vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es diese jedenfalls mit ihnen nicht geben wird.

Und das ist schade. Nicht nur, weil Wynonna Earp eine meiner Lieblingsserien der vergangenen Jahre war und immer einen besonderen Platz in meinem Serienfanherzen einnehmen wird. Sondern auch, weil die Serie ein echtes Highlight ist und aus der inzwischen schier unüberschaubaren Masse an Serien heraussticht.

Kurz für alle, die nicht wissen, worum es in Wynonna Earp geht: Die Titelheldin ist eine Ur-Ur-Enkelin des legendären Marshals Wyatt Earp. Auf der Earp-Familie lastet ein Fluch, der nur gebrochen werden kann, wenn Wynonna als älteste Nachfahrin und damit Earp-Erbin 77 Dämonen – die sogenannten „Revenants“ – mit dem alten Colt ihres Ur-Ur-Großvaters in die Hölle schickt. An Wynonnas Seite kämpfen u.a. John Henry „Doc“ Holliday, nicht weniger legendärer Revolverheld und ehemals bester Freund von Wyatt Earp, sowie Wynonnas jüngere Schwester Waverly.

Das klingt alles etwas skurril und allein diese Beschreibung hätte mich wohl nicht dazu bewogen, die Serie zu sehen. Mit Horror und Dämonen habe ich es nämlich eigentlich nicht so. (Schreibt die Frau, die alle Staffeln von Buffy im DVD-Regal stehen hat…)

Weiterlesen

Queere Frauenfiguren in deutschen Serien im Herbst 2020 – Ein Update

Heute vor einem Jahr habe ich einen längeren Beitrag über queere Frauenfiguren in deutschen Serien veröffentlicht. Ich war damals vorsichtig optimistisch, denn es hatte sich tatsächlich ein bisschen was getan und die Liste, die ich erstellte, war nicht mehr so kurz wie in einigen Jahren davor.

Wie sieht das nun ein Jahr später aus?

Leider nicht mehr so gut. Serien, die ich vergangenes Jahr noch aufführen konnte, sind inzwischen beendet, entweder planmäßig wie Dark und Lindenstraße oder weil sie nicht verlängert wurden wie Gipfelstürmer und Dead End. Eine Serie, die ich vergangenes Jahr vergessen hatte, ist ebenfalls inzwischen beendet, nämlich Deutschland 86 bzw. 89.

Weiterlesen

Serie der Woche: Spuk in Bly Manor

In “Spuk in Bly Manor” geht es um einen verfluchten Landsitz, die Menschen, die dort leben und die Geister, die dort ihr Unwesen treiben. Es geht aber noch um so viel mehr, u.a. eine wunderbare Liebesgeschichte.

Etwas möchte ich diesem Beitrag vorausschicken: Eigentlich bin ich kein Fan von Horrorgeschichten und mit Halloween kann ich auch nicht unbedingt so viel anfangen. Ich habe zwar auch in diesem Jahr wieder Süßigkeiten gekauft, allerdings weniger, um sie an kleine Geister zu verteilen – die in diesem Jahr Pandemie-bedingt sowieso eher nicht an meiner Tür klingeln werden. Schokolade ist und bleibt nun einmal Nervennahrung und die können wir alle aktuell ja ganz gut gebrauchen.

Aber ich schweife ab. Warum ich die Aussage “Ich bin kein Fan von Horrorgeschichten” vorausgeschickt habe, hat natürlich mit der Serie zu tun, über die ich heute schreibe und die bei Netflix in das Genre “Horrorserie” eingeordnet wird: Spuk in Bly Manor (Originaltitel: The Haunting of Bly Manor). Es geht darin um Geister und ein verfluchtes Haus. Insofern passt es, heute, an Halloween, darüber zu schreiben, es ist aber mehr ein Zufall. Denn ich habe die Serie nicht gesehen, weil sie gruselig ist, sondern trotzdem. Und ich schreibe das bewusst, weil es sicher einige gibt, denen es mit Horror ähnlich geht und die sich fragen, ob sie es wagen sollen, die Serie dennoch zu gucken.

Weiterlesen