Auf Wiedersehen, “Wynonna Earp”

(Dieser Text enthält Details aus den Staffeln 1 bis 3, aber keine Spoiler zu Staffel 4.)

Heute läuft in den USA das Finale der 4. Staffel von Wynonna Earp – und damit wahrscheinlich leider die letzte Folge der Serie insgesamt. Denn obwohl Staffel 5 wohl eigentlich bereits zugesagt war, hat der Sender Syfy vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es diese jedenfalls mit ihnen nicht geben wird.

Und das ist schade. Nicht nur, weil Wynonna Earp eine meiner Lieblingsserien der vergangenen Jahre war und immer einen besonderen Platz in meinem Serienfanherzen einnehmen wird. Sondern auch, weil die Serie ein echtes Highlight ist und aus der inzwischen schier unüberschaubaren Masse an Serien heraussticht.

Kurz für alle, die nicht wissen, worum es in Wynonna Earp geht: Die Titelheldin ist eine Ur-Ur-Enkelin des legendären Marshals Wyatt Earp. Auf der Earp-Familie lastet ein Fluch, der nur gebrochen werden kann, wenn Wynonna als älteste Nachfahrin und damit Earp-Erbin 77 Dämonen – die sogenannten „Revenants“ – mit dem alten Colt ihres Ur-Ur-Großvaters in die Hölle schickt. An Wynonnas Seite kämpfen u.a. John Henry „Doc“ Holliday, nicht weniger legendärer Revolverheld und ehemals bester Freund von Wyatt Earp, sowie Wynonnas jüngere Schwester Waverly.

Das klingt alles etwas skurril und allein diese Beschreibung hätte mich wohl nicht dazu bewogen, die Serie zu sehen. Mit Horror und Dämonen habe ich es nämlich eigentlich nicht so. (Schreibt die Frau, die alle Staffeln von Buffy im DVD-Regal stehen hat…)

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Queere Frauenfiguren in deutschen Serien im Herbst 2020 – Ein Update

Heute vor einem Jahr habe ich einen längeren Beitrag über queere Frauenfiguren in deutschen Serien veröffentlicht. Ich war damals vorsichtig optimistisch, denn es hatte sich tatsächlich ein bisschen was getan und die Liste, die ich erstellte, war nicht mehr so kurz wie in einigen Jahren davor.

Wie sieht das nun ein Jahr später aus?

Leider nicht mehr so gut. Serien, die ich vergangenes Jahr noch aufführen konnte, sind inzwischen beendet, entweder planmäßig wie Dark und Lindenstraße oder weil sie nicht verlängert wurden wie Gipfelstürmer und Dead End. Eine Serie, die ich vergangenes Jahr vergessen hatte, ist ebenfalls inzwischen beendet, nämlich Deutschland 86 bzw. 89.

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Serie der Woche: Spuk in Bly Manor

In “Spuk in Bly Manor” geht es um einen verfluchten Landsitz, die Menschen, die dort leben und die Geister, die dort ihr Unwesen treiben. Es geht aber noch um so viel mehr, u.a. eine wunderbare Liebesgeschichte.

Etwas möchte ich diesem Beitrag vorausschicken: Eigentlich bin ich kein Fan von Horrorgeschichten und mit Halloween kann ich auch nicht unbedingt so viel anfangen. Ich habe zwar auch in diesem Jahr wieder Süßigkeiten gekauft, allerdings weniger, um sie an kleine Geister zu verteilen – die in diesem Jahr Pandemie-bedingt sowieso eher nicht an meiner Tür klingeln werden. Schokolade ist und bleibt nun einmal Nervennahrung und die können wir alle aktuell ja ganz gut gebrauchen.

Aber ich schweife ab. Warum ich die Aussage “Ich bin kein Fan von Horrorgeschichten” vorausgeschickt habe, hat natürlich mit der Serie zu tun, über die ich heute schreibe und die bei Netflix in das Genre “Horrorserie” eingeordnet wird: Spuk in Bly Manor (Originaltitel: The Haunting of Bly Manor). Es geht darin um Geister und ein verfluchtes Haus. Insofern passt es, heute, an Halloween, darüber zu schreiben, es ist aber mehr ein Zufall. Denn ich habe die Serie nicht gesehen, weil sie gruselig ist, sondern trotzdem. Und ich schreibe das bewusst, weil es sicher einige gibt, denen es mit Horror ähnlich geht und die sich fragen, ob sie es wagen sollen, die Serie dennoch zu gucken.

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Hörtipp: “PANTS” – Der Podcast von Leisha Hailey und Kate Moennig

Eingefleischte The L Word-Fans haben es vielleicht schon mitbekommen: Leisha Hailey und Kate Moennig machen zusammen einen Podcast.

In The L Word bzw. der Neuauflage The L Word: Generation Q spielen Leisha und Kate die Freundinnen Alice und Shane und auch im wahren Leben sind die beiden Schauspielerinnen seit den Dreharbeiten zur Ursprungsserie Anfang der 2000er Jahre befreundet. Um diese langjährige Freundschaft geht es in ihrem gemeinsamen Podcast namens PANTS. Woher der ungewöhnliche Name stammt, wird von den beiden natürlich erläutert. Und keine Sorge, sie reden nicht die ganze Zeit über Hosen.

Für das Projekt konnten die beiden eine weitere The L Word-Veteranin als Unterstützerin gewinnen: Rachel Shelley, die in der Ursprungsserie Helena Peabody gespielt hat. Sie produziert und schneidet die Episoden. Und das dürfte manchmal gar nicht so einfach sein, denn ab und an scheinen Leisha und Kate zu vergessen, dass sie einen Podcast aufzeichnen, reden einfach drauflos und flachsen rum wie es zwei Menschen, die sich schon lange kennen und mögen, eben manchmal tun. Das allein ist schon sehr unterhaltsam, daneben erfahren die Zuhörer*innen aber auch viel Interessantes, nicht nur über Kate und Leisha, sondern vor allem über The L Word.

Dazu tragen auch die Gästinnen bei, die die beiden sich eingeladen haben. Bisher waren u.a. “Jenny” Mia Kirshner, “Carmen” Sarah Shahi und Ilene Chaiken, die Showrunnerin von The L Word, jeweils bei einer Aufnahme zugeschaltet. Denn natürlich sitzen die beiden in Zeiten von Corona nicht gemeinsam in einem Studio, sondern in ihren jeweiligen Häusern. Und auch das bietet einigen Gesprächsstoff.

Der Podcast ist bei den gängigen Podcast-Anbietern verfügbar, u.a. iTunes und Spotify. Die Episoden sind jeweils ca. eine halbe Stunde lang und lassen sich gut “weghören”. Zumindest Fans von The L Word sollten auf jeden Fall mal reinhören.

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