„Borgen“ (2022): Birgitte Nyborg und die Macht

Im Juni hat Netflix eine neue Staffel der dänischen Politikserie „Borgen veröffentlicht. Neun Jahre nach der dritten, bisher letzten Staffel wird in ihr die Geschichte der Hauptfigur Birgitte Nyborg weitererzählt. Dabei schaffen die Seriemacher*innen es, an die Qualität der bisherigen Staffeln anzuschließen – und zwar so gut, dass es mir zeitweise schwer gefallen ist, die Staffel weiterzusehen.

(Screenshot; Quelle: Netflix)

Wenn man mich nach meinen Lieblingsserien fragt, ist eine in der Aufzählung immer dabei: Borgen. Die dänische Politikserie ist für mich eine der besten Serien, die ich je gesehen habe. Ich bin selten von einer Serie so angetan gewesen. Ich habe sogar meine Bachelorarbeit über sie geschrieben. Selbst diese intensive Beschäftigung über mehrere Monate hinweg hat an meiner Begeisterung nichts geändert.

Daher war ich hocherfreut, als bekannt wurde, dass es eine weitere Staffel von Borgen geben würde. Die dritte und bisher letzte Staffel stammte aus dem Jahr 2013.

Anfang Juni 2022 war es soweit. Natürlich habe ich sofort reingeschaut. Und hatte schnell gemischte Gefühle.

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“Doctor Who” thematisiert “Thasmin”!

Und zwar nicht nur zwischen den Zeilen, sondern ausdrücklich!

Ja, okay, diesen Beitrag hätte ich auch schon früher schreiben können. Denn wie sehr Yaz an Thirteen hängt, der von Jodie Whittaker gespielten 13. Inkarnation des Doctors, wurde schon früher klar, spätestens mit der Hologramm-Szene in Staffel 13, Flux.

Aber irgendwie hätte ich nicht gedacht, dass wir jemals mehr bekommen würden als solche Szenen, die man im Zweifel noch uminterpretieren konnte in “eine sehr enge Freundschaft”. Das Team um Showrunner Chris Chibnall stand ja sowieso schon ausreichend unter Beschuss, weil sie es gewagt hatten, eine Frau mit der Titelrolle zu besetzen. Und dann noch eine queere Liebesgeschichte? Auch wenn LGBTQ*-Figuren bei Doctor Who keine Seltenheit sind, aber hier geht es immerhin um die Titelfigur!

Dann kam Eve of the Daleks (EotD), das Neujahrsspecial, und das mit der sehr engen Freundschaft“ löste sich in Wohlgefallen auf, jedenfalls in Bezug auf Yaz. Nachdem ihr Freund Dan sie direkt darauf angesprochen hatte, gestand sie ihm und zugleich auch sich selbst zum ersten Mal ihre tiefen, mehr als nur freundschaftlichen Gefühle für Thirteen ein:

Gestern wurde nun mit Legend of the Sea Devils (LotSD) ein weiteres Special ausgestrahlt und es bestätigte sich, worauf viele “Thasmin”-Fans gehofft hatten, nachdem Thirteen es gegenüber Dan in EotD noch abgestritten hatte: Auch Thirteen ist in Yaz verliebt. Gesagt hat sie es in LotSD zwar nicht direkt, aber wie sie mit Yaz gesprochen und wie sie sie angesehen hat, das war schon sehr eindeutig. Leider bestätigte sich noch etwas, was in EotD ebenfalls bereits angedeutet worden war: Dass Thirteen sich nicht auf diese Gefühle und eine Beziehung mit Yaz einlassen kann, weil es irgendwann, zwangsläufig, weh tun würde.

Thirteen (Jodie Whittaker, links) und Yaz (Mandip Gill)
(Screenshot; Quelle: BBC)

Ist damit alles vorbei? Tatsächlich wird das für Herbst geplante, dritte Special die letzte Folge für Jodie Whittaker als Doctor sein. Der Trailer verspricht Dramatik (und ein erneutes Wiedersehen mit einer Figur, über die ich mich schon im letzten November sehr gefreut habe; s. auch den Kurz notiert“-Eintrag vom 22.11.2021). Aber wer weiß: Immerhin hat es schon mal ein Happy End für den Doctor und eine Begleiterin gegeben, nämlich für Rose und Ten, jedenfalls irgendwie. Vielleicht fällt Chris Chibnall & Co. ja für Thasmin“ etwas ähnliches ein. Vorsorglich sollten sich Thasmin“-Fans aber schon mal auf ein gebrochenes Herz einstellen. Denn auch vor dem Happy Ende für Ten und Rose kam ja noch Doomsday

(PS: Just in case – Thasmin“ = Thirteen + Yasmin. ;))

(PPS: Thirteen hat River Song erwähnt! Und die Reaktion von Yaz, als Thirteen my wife“ gesagt hat – großartig. <3)

(PPPS: Ursprünglich war im Text vom Happy End von Eleven und Rose die Rede. Es waren natürlich Ten und Rose. 😬)

Frohes neues Serienjahr 2022

Ein Ausblick auf das Serienjahr 2022? Jetzt noch?

Ja, okay, das neue Jahr ist schon zwei Wochen alt und die Frist, in denen man sich ein frohes neues Jahr wünscht, eigentlich schon vorbei. Aber immerhin liegen noch 50 Wochen vor uns, in die viele Serien passen, also warum nicht?

Angesichts des nach wie vor enormen Angebots werde ich in diesem Jahr sicherlich wieder jede Menge Serien sehen und ich bin schon sehr gespannt, welche davon im Dezember in meiner Highlights-Playlist auftauchen werden.

Eine steht dabei schon fest.

Fulminanter Start ins neue Serienjahr

Die BBC-Produktion Vigil ist seit dem 6. Januar in der Mediathek des Senders ARTE zum Streamen verfügbar. Weil ich schon so viel davon gehört hatte, habe ich sofort reingeschaut. Großartige Serie! So spannend, dass es schwerfällt, die sechs Folgen nicht sofort am Stück zu sehen, mit vielen unerwarteten Wendungen und Cliffhangern und einem hervorragenden Cast. Die Hauptrollen spielen Suranne Jones als Polizistin Amy Silva, die an Bord des britischen Atom-U-Bootes HMS Vigil einen verdächtigen Todesfall untersuchen muss, und Rose Leslie als Amys Kollegin und Ex-Freundin Kirsten Longacre, die die Ermittlungen an Land übernimmt.

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Mein Serienjahr 2021 – Highlights

Wie in jedem Jahr kam auch diesmal das Jahresende wieder völlig überraschend und so reicht es leider nur für einige wenige Worte zum Abschied vom Serienjahr 2021…

Okay, das ist jetzt zwar nicht glatt gelogen, stimmt so aber auch nicht ganz. Tatsächlich habe ich im ganzen Jahr 2021 in diesem Blog nicht viel geschrieben – ein Beitrag und einige Gedankenschnipsel unter “Kurz notiert”. Und im Dezember war ich schlicht anderweitig beschäftigt, nämlich damit, den Rosalie & Co.-Adventskalender zu füllen. Da ging es aber immerhin auch ganz viel um Serien.

Ganz ohne einen “Highlights”-Beitrag hier im Blog wollte ich das Jahr aber nicht enden lassen und habe daher wieder eine YouTube-Playlist zusammengestellt. Darauf finden sich viele “Dauerbrenner”, bei denen ihr wahrscheinlich inzwischen schon mit den Augen rollt (“Echt jetzt? Schon wieder Doctor Who? Und was hat sie nur mit Legends of Tomorrow?” 😉 ).

Es sind aber auch einige Neuzugänge dabei. Darunter sind Serien, die zwar schon länger laufen, die ich aber erst 2021 entdeckt habe, und einige, die 2021 erstmals veröffentlicht wurden, wie Mare of Easttown und Wandavision.

Einige Serien sind leider zum letzten Mal dabei. Besonders schwer fiel der Abschied von Wynonna Earp, selbst wenn das Finale von Staffel 4 ein wirklich toller Abschluss war.

Folgende Serien haben es mit mindestens einem, teilweise auch mehreren Clips in die Highlights-Playlist geschafft:

3% – Atypical – Coroner – Doctor Who – Feel Good – DC’s Legends of Tomorrow – Loving Her – Lucifer – Mare of Easttown – Modern Love – Motherland: Fort Salem – Private Eyes – The Queen’s Gambit – Star Trek: Lower Decks – Station 19* – WandaVision – Wynonna Earp

* Wenn man es genau nimmt, ist auch Grey’s Anatomy dabei, aber nur wegen des Trailers zur Crossover-Folge. Ich mag die Serie zwar immer noch, aber Station 19 ist meines Erachtens aktuell deutlich besser, und nicht nur wegen der “Marina”-Storyline.

Auf Wiedersehen, “Wynonna Earp”

(Dieser Text enthält Details aus den Staffeln 1 bis 3, aber keine Spoiler zu Staffel 4.)

Heute läuft in den USA das Finale der 4. Staffel von Wynonna Earp – und damit wahrscheinlich leider die letzte Folge der Serie insgesamt. Denn obwohl Staffel 5 wohl eigentlich bereits zugesagt war, hat der Sender Syfy vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass es diese jedenfalls mit ihnen nicht geben wird.

Und das ist schade. Nicht nur, weil Wynonna Earp eine meiner Lieblingsserien der vergangenen Jahre war und immer einen besonderen Platz in meinem Serienfanherzen einnehmen wird. Sondern auch, weil die Serie ein echtes Highlight ist und aus der inzwischen schier unüberschaubaren Masse an Serien heraussticht.

Kurz für alle, die nicht wissen, worum es in Wynonna Earp geht: Die Titelheldin ist eine Ur-Ur-Enkelin des legendären Marshals Wyatt Earp. Auf der Earp-Familie lastet ein Fluch, der nur gebrochen werden kann, wenn Wynonna als älteste Nachfahrin und damit Earp-Erbin 77 Dämonen – die sogenannten „Revenants“ – mit dem alten Colt ihres Ur-Ur-Großvaters in die Hölle schickt. An Wynonnas Seite kämpfen u.a. John Henry „Doc“ Holliday, nicht weniger legendärer Revolverheld und ehemals bester Freund von Wyatt Earp, sowie Wynonnas jüngere Schwester Waverly.

Das klingt alles etwas skurril und allein diese Beschreibung hätte mich wohl nicht dazu bewogen, die Serie zu sehen. Mit Horror und Dämonen habe ich es nämlich eigentlich nicht so. (Schreibt die Frau, die alle Staffeln von Buffy im DVD-Regal stehen hat…)

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