Serien auf der Berlinale 2019

Erste Eindrücke von “Hanna”, “Bedrag III”, “8 Tage” und “False Flag II”

Ich war letzte Woche für einige Tage auf der Berlinale. Dort kommen ja inzwischen nicht nur Filmfans auf ihre Kosten, sondern auch Serienjunkies. Im Rahmen der Sektion „Berlinale Series“ sind seit 2015 auch Serien Teil des Berlinale-Programms. So feierte u.a. die deutsche Produktion 8 Tage am vergangenen Mittwoch ihre Weltpremiere im Zoo Palast.

8 Tage stand auch auf meiner Liste, daneben die neue britische Serie Hanna, die dritte Staffel der dänischen Serie Bedrag und die zweite Staffel von False Flag, einer Produktion aus Israel. Gezeigt wurden jeweils die ersten beiden Folgen, was mir aber durchaus für einen ersten Eindruck ausreichte und vor allem für die Entscheidung, welche dieser Serien ich weitergucken möchte. Hier sind meine Gedanken dazu.

Hanna

Hanna (Esmé Creed-Miles) lebt mit ihrem Vater (Joel Kinnaman, Altered Carbon) in einem Wald irgendwo in Osteuropa. Andere Menschen kennt sie nicht, ihr Vater hat sie völlig von der Außenwelt isoliert und ihr nicht nur das Jagen, sondern auch das Kämpfen und Töten beigebracht. Als die Menschen, vor denen Hannas Vater seine Tochter zu beschützen versucht, sie in ihrem Versteck aufspüren, müssen Vater und Tochter fliehen, werden auf der Flucht jedoch voneinander getrennt. Die 14jährige ist auf sich allein gestellt und muss sich auf eigene Faust zurechtfinden – in einer Welt, in der sie sich nicht auskennt, aber mit der Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen. Ein Ziel hat ihr Vater ihr mitgegeben: Die Frau ausfindig zu machen, die ihre Mutter auf dem Gewissen hat, und sie zu töten.

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Frohes neues Serienjahr 2019

Das neue Jahr ist inzwischen knapp zwei Wochen alt. Ich hoffe, dass ihr alle einen guten Start hattet und wünsche euch – mit etwas Verspätung, aber von Herzen – ein ganz wunderbares Jahr 2019.

Wie bereits in vergangenen Jahren möchte ich auch im ersten Blogbeitrag 2019 einen Blick auf das vor uns liegende Serienjahr werfen, vor allem auf die Serien, auf die ich mich freue oder gespannt bin. Außerdem müssen wir uns auch in diesem Jahr leider wieder von Serien verabschieden.

Das fängt ja gut an!

Aber fangen wir im Januar an. Bereits heute startet in Großbritannien die neue, inzwischen 8. Staffel von Call the Midwife. 2018 war ich ein wenig skeptisch, ob ich die Serie immer noch so gut finden würde, nachdem mit Patsy und Delia zwei meiner Lieblingsfiguren nicht mehr dabei sind. Die Antwort war ein sehr ausdrückliches “Ja”. Besonders die neu dazugestoßene Hebamme Lucille ist eine sehr interessante und sympathische Figur. In der neuen Staffel werden zudem weitere neue Figuren hinzukommen, auf die ich sehr gespannt bin.

Am kommenden Freitag veröffentlicht Netflix die neue Staffel von Grace and Frankie. Ich habe es im vergangenen Jahr endlich geschafft, die Serie zu bingen, und war sehr gespannt, wie es nach dem Cliffhanger am Ende der 4. Staffel weitergeht. Der Trailer für die neuen Folgen ist jedenfalls schon wieder sehr vielversprechend:

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Mein Serienjahr 2018 – Ein Rückblick

Und schon wieder ist ein Jahr fast vorbei.

Ich bin 2018 leider nicht oft dazu gekommen, über Serien zu schreiben. Das lag jedoch sicher nicht daran, dass ich keine Serien gesehen habe, über die es sich zu schreiben gelohnt hätte. Eher im Gegenteil: Es gibt inzwischen soooo viele gute Serien, die mir empfohlen werden und die ich auch irgendwie sehen möchte, dass kaum noch Zeit bleibt, darüber zu schreiben – neben all dem anderen, was einem so passieren kann und das sich Leben nennt.

Ich möchte das Serienjahr 2018 aber nicht enden lassen, ohne zumindest noch einmal auf einige der sehr, sehr, sehr vielen Serien zurückzublicken, die ich in diesem Jahr gesehen habe.

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“Grey’s Anatomy”: Goodbye Arizona Robbins

Im Laufe der Jahre haben schon viele Figuren das Grey Sloan Memorial Hospital und damit die Serie “Grey’s Anatomy” verlassen. Nur selten fand ich es so bedauerlich wie bei Arizona Robbins. Einige Worte zum Abschied von einer meiner Lieblingsserienfiguren.

ProSieben zeigt in dieser Woche das Finale der 14. Staffel von Grey’s Anatomy, in der es heißt, von gleich zwei Hauptfiguren Abschied zu nehmen.

Einige Wochen, bevor das Staffelfinale in den USA ausgestrahlt wurde, war bekannt geworden, dass Sarah Drew alias April Kepner und Jessica Capshaw alias Arizona Robbins die Serie mit dem Ende der Staffel verlassen würden.

Während ich mit April nie wirklich warm geworden bin, obwohl Sarah Drew sie meines Erachtens großartig gespielt hat, gehörte Arizona fast seit ihrem Debüt in der 5. Staffel zu meinen Lieblingsserienfiguren, und zwar nicht nur bei Grey’s Anatomy, sondern überhaupt. Insofern ist dieser Abschied bittersüß – bitter, weil ich sie wirklich vermissen werde, aber auch süß, weil ihre Figur einen positiven Abschied bekommt: Sie zieht mit ihrer Tochter Sofia nach New York, wo ihre Ex-Frau Callie lebt, damit Sofia sich nicht mehr zwischen ihren Müttern hin- und hergerissen fühlen muss. Und, so viel sei verraten: Es sieht sehr danach aus, dass auch “Calzona” auf ein Happy-End zusteuern.

Out and proud

Mit weit über 200 Folgen in 10 Staffeln der Erfolgsserie war Arizona die dienstälteste Lesbe im amerikanischen Fernsehen. Anders als viele andere LGBTQ*-Figuren in Serien und Filmen war sich Arizona ihrer Sexualität immer sehr sicher und ging auch immer sehr offen damit um, wie u.a. die kanadische Serienseite The TV Junkies in ihrem Abschiedsartikel für Arizona feststellt:

“Unlike many of the characters that we see in the LGBTQ+ community in film and television, Arizona has never been a character who struggled with her sexuality. She was out and proud from the moment we met her and her sense of self never wavered.”

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Happy Pride (Teil 2): Von “One Day at a Time” bis “Sense8” und mehr…

In Teil 1 des Specials aus Anlass der Pride Week in Hamburg habe ich über die Bedeutung der Darstellung von LGBT*-Figuren und Geschichten auch in Serien geschrieben und dass das deutsche Fernsehen hier noch enormen Aufholbedarf hat. Im zweiten Teil stelle ich einige Beispiele für die Darstellung von LGBT* in Serien vor, die ich gut fand.

Nachdem ich vor einigen Tagen meinem anhaltenden Frust über die Repräsentation und Darstellung von queeren Figuren in deutschen Serien ein wenig Luft gemacht habe, wende ich mich heute wieder dem zu, was mir am Bloggen mit am besten gefällt: Über Dinge zu schreiben, die ich gut finde. In diesem Fall sind das Beispiele für gut erzählte queere Figuren oder Storylines bzw. Serien, die das mit der Vielfalt generell gut hinbekommen.

Queere Figuren als Auswahl-Kriterium

Wer ein bisschen in den Beiträgen in diesem Blog stöbert, dem dürfte auffallen, dass ich häufig über Serien schreibe, in denen es mindestens eine queere Figur gibt. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass Serien, die das mit der Repräsentation von LGBT* wenigstens irgendwie hinbekommen, bei mir automatisch höher im Kurs stehen. Sondern es dürfte damit zusammenhängen, dass diese Serien eher auf meiner „Sollte ich mal reinschauen“-Liste landen, also eher eine Chance haben, dass ich sie überhaupt sehe.

So war es beispielsweise bei One Day at a Time. Da ich nicht unbedingt ein Fan klassischer Sitcoms bin, hätte ich die Serie wahrscheinlich eher nicht auf meine Netflix-Liste gesetzt, wenn ich nicht gelesen hätte, dass es in ihr eine tolle Coming-out-Geschichte gibt.

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