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Mein Serienjahr 2017: Supergirl

Bei Supergirl hatte ich 2017 manchmal das Gefühl, dass ich zwei verschiedene Serien schaue. In der einen gab es spannende Frauenfiguren, feministische Botschaften, eine toll geschriebene und gespielte Coming-out-Geschichte und eine schöne Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, bei der sogar das Ende der Beziehung mit sehr viel Sorgfalt und ohne Rückgriff auf die üblichen Klischees wie Tod oder Untreue erzählt wurde.

In der anderen gab es einen männlichen Möchtergern-Superhelden, der viel zu viel Raum eingenommen hat, eine Titelheldin, die sich – wenig begreiflich – in den Möchtergern-Superhelden verliebt und ihm dann – noch weniger begreiflich – viel zu viel hat durchgehen lassen, obwohl er sie respektlos behandelt hat, sowie eine spürbare Ungleichbehandlung des Frauenpaares im Vergleich mit heterosexuellen Paaren, nicht nur in Bezug auf Länge und Umfang ihrer gemeinsamen Szenen, sondern auch darauf, wie viel Intimität gezeigt wurde. Mehr Zeit und sogar zwei Bettszenen bekamen Maggie und Alex erst, als bereits klar war, dass das Paar sich trennen würden, weil Maggie-Darstellerin Floriana Lima die Serie in Staffel 3 verlassen hat.

Was mich an Supergirl aktuell noch festhalten lässt, ist vor allem die Figur Alex Danvers, grandios gespielt von Chyler Leigh. Und es ist die Beziehung zwischen Alex und ihrer Adoptivschwester Kara alias “Supergirl”. Die Auswahl eines passenden Videos ist mir hier schwer gefallen, weil es 2017 einige sehr gute, aber teilweise traurige Szenen zwischen den beiden gab. Ich habe mich schließlich für eine heitere entschieden: Karas Reaktion, als sie erfährt, dass Alex einen One Night Stand hatte. Diese Szene unterstreicht zwei wichtige Dinge: Dass Alex Frauen liebt und ihr Coming-out tatsächlich nicht nur mit Maggie zu tun hatte sowie dass das für Kara völlig in Ordnung ist. (Und die großartige Sara Lance ist auch in dieser Szene – über die schreibe ich aber an anderer Stelle noch mal mehr.)

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Mein Serienjahr 2017: Stranger Things

Ich hätte nicht gedacht, dass die zweite Staffel von Stranger Things mich genauso fesseln würde wie Staffel 1. Aber so war es. Interessante Figuren, die Geschichte sehr spannend und so geschickt erzählt, dass man einfach immer weitergucken muss. Was ich besonders toll fand: Dass Winona Ryder einmal mehr zeigen konnte, was für eine tolle Schauspielerin sie. Hoffentlich ist sie jetzt wieder sehr viel öfter und in größeren Rollen im TV oder in Filmen zu sehen.

Stranger Things 2 | Official Final Trailer

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Mein Serienjahr 2017: Zarah

Anhand der ZDF-Serie Zarah – Wilde Jahre konnten deutsche Serienfans in diesem Jahr – wenn sie es nicht schon wussten oder zumindest geahnt haben – einiges lernen. Zum Beispiel wie wichtig es ist, nicht nur die erste Folge einer Serie zu sehen, sondern mindestens auch die zweite. Dass man mit einer schlechten Programmplanung die Chancen einer Serie nachhaltig ruinieren kann. Und dass man dem ZDF einfach keine Serien anvertrauen darf, die über Traumschiff- und SOKO-Niveau hinausgehen.

Lernen konnte man aber auch, dass es durchaus möglich ist, in einer deutschen Serie, die keine Daily Soap oder Telenovela ist, eine sehenswerte Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen zu zeigen. Und dass man eine homosexuelle Figur – in diesem Fall sogar eine Titelfigur – erzählen kann, ohne sie auf ihre Sexualität zu reduzieren oder diese auch nur übermäßig herauszustellen.

Trotz meiner anfänglichen Skepsis und Irritationen, die man u.a. hier nachlesen kann und die sich auch bis zum Schluss nicht komplett gelegt haben, fand ich Zarah insgesamt besser, als ich nach der ersten Folge geglaubt hätte. Es ist schade, dass sich das ZDF die Chance, mal etwas anderes als den Serieneinheitsbrei zu etablieren, selbst versaut hat.

Zarah – Wilde Jahre – Staffel 1

Hier noch ein lesenswerter Artikel zum Thema:

Zarah” im ZDF: Ein vermeidbarer Fehlschlag | DWDL.de

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Mein Serienjahr 2017: White Collar

Einer der Vorteile von Streaming Services wie Netflix oder Amazon Prime
ist für mich, dass sie auch ältere Serien im Angebot haben, die ich vielleicht
immer schon mal sehen wollte oder die ich aus dem ein oder anderen
Grund nicht zu Ende gesehen habe und die ich dort nun in einem Stück
“nachsehen” kann. Eine dieser Serien war für mich in diesem Jahr White Collar.

Im Blog habe ich einen etwas längeren Artikel über die, wie ich finde, sehr unterhaltsame Serie um den Gentleman-Ganoven Neal Caffrey und den FBI-Agenten Peter Burke veröffentlicht.

Durchgeguckt: White Collar – Seriennotizen

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Mein Serienjahr 2017: Club der roten Bänder

Dank Mediatheken, Streaming-Diensten wie Netflix und meinem Festplattenrekorder gucke ich Serien nur noch sehr selten “live”, also dann, wenn ein Sender sie ausstrahlt, mitsamt Werbepausen und allem. Einer dieser seltenen Momente war vergangenen Montag. Da lief auf Vox das Finale von Club der roten Bänder. Und auch wenn sie mich sonst eher nerven, war ich diesmal eigentlich ganz froh über die Werbepausen. Die haben es mir nämlich ermöglicht, zwischendurch mal meine Tränen zu trocknen und mir die Nase zu putzen. Denn ich habe – mal wieder – Rotz und Wasser geheult.

Zum Glück waren die beiden letzten Folgen der Serie aber nicht nur traurig. Es gab auch sehr unterhaltsame Momente. Und das ist es, was CdrB für mich so sehenswert gemacht hat. Da wurde ein schweres Thema mit viel Feingefühl, aber auch Humor und Leichtigkeit erzählt. Dabei fand ich es toll, dass der Fokus auf den Kindern und Jugendlichen lag und die Figuren so komplex dargestellt und ernst genommen wurden – mit all ihren Ängsten und Nöten, aber auch Wünschen und Träumen.

Auch wenn es schade ist, dass es kein Wiedersehen mehr mit Leo, Jonas, Emma, Alex, Toni und Hugo gibt, war es aus meiner Sicht richtig, nach der dritten Staffel aufzuhören. So bleibt Club der roten Bänder für mich eine der besten deutschen Serien der letzten Jahre.

Club der roten Bänder – Trailer

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Mein Serienjahr 2017: Sense8

2017 gab es, nachdem Fans sich 2016 “nur” mit einem Weihnachtsspecial begnügen mussten, endlich die zweite Staffel von Sense8. Und die fand ich fast noch besser als Staffel 1, die ich schon richtig gut fand. Die Komplexität der Geschichte, die visuelle Umsetzung, die Vielfalt der Figuren und die Art und Weise, wie sie erzählt werden, das alles begeisterte mich wieder sehr.

Sense8 – Season 2 | Official Trailer

Umso größer war meine Enttäuschung, als Netflix im Sommer bekannt gab, dass es die Serie einstellen würde. Und ich war nicht allein. Viele Fans liefen Sturm gegen die Entscheidung und ließen sich auch von einem sehr dünnen Statement, das als Antwort auf die Fanreaktionen herausgegeben wurde und die Einstellungsentscheidung noch einmal bestätigte, nicht abspeisen, im Gegenteil. Und das Unerwartete geschah: Netflix knickte schließlich doch ein. In einer abschließenden Doppelfolge dürfen Showrunnerin Lana Wachoswki und ihr Team noch offene Handlungsstränge zu Ende erzählen. Das Finale ist bereits gedreht und soll 2018 veröffentlicht werden.

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Mein Serienjahr 2017: The Good Fight

Eine der wenigen neuen Serien, die ich 2017 gesehen habe, war The Good Fight. Und die hat sich irgendwie auch nicht ganz neu angefühlt, denn das Spinoff von The Good Wife hat sich zumindest in Staffel 1 doch stark an die Ursprungsserie angelehnt.

Das ist nicht unbedingt von Nachteil, insbesondere wenn es um die Stärken von The Good Wife geht. Dazu gehören einige Figuren, allen voran zwei der drei Hauptfiguren, Diane Lockhart und Lucca Quinn, die aus The Good Wife übernommen wurden und dort für mich zu den interessantesten Figuren gehörten. Daneben gibt es ein Wiedersehen mit einigen Richtern, die man noch aus The Good Wife kennt. Und insbesondere ist Elsbeth Tascioni dabei, eine der unterhaltsamsten Nebenfiguren aus The Good Wife und hier wieder großartig gespielt von Carrie Preston.

Eine weitere Stärke von The Good Wife waren für mich immer die Fälle, um die es ging, und deren Austragung vor Gericht. Auch dies hat The Good Fight hervorragend aufgegriffen.

Womit ich allerdings nur langsam warm geworden bin, waren die meisten der neuen Figuren, eine davon ausgerechnet die dritte Hauptfigur, Maia Rindell, eine junge Anwältin am Anfang ihrer Karriere und Patentochter von Diane. Und auch die etablierten Figuren wirkten auf mich zu Beginn schwächer als gewohnt. Insbesondere bei Lucca hatte ich anfangs das Gefühl, dass sie ihren Biss verloren hatte. Dennoch ist The Good Fight wirklich sehenswert, vor allem natürlich für Fans von The Good Wife. Aktuell wird eine zweite Staffel gedreht und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

TRAILER | The Good Fight