Neue Artikelserie: “Doctor Who”-Rewatch

Auch wenn es derzeit so viele gute Serien gibt, dass ich teilweise gar nicht weiß, wo ich mit dem Gucken anfangen soll, habe ich dennoch manchmal das Bedürfnis nach etwas Vertrautem, etwas, bei dem ich weiß, was mich erwartet. Dann gucke ich eine Serie, die ich bereits kenne, einfach noch einmal. Derzeit ist das bei mir die britische Serie Doctor Who.

Der Auslöser dieses “Rewatchs” war, dass die Serie, die in Deutschland leider immer noch ziemlich unbekannt ist, seit Anfang April beim öffentlich-rechtlichen Digitalsender ONE (ehemals einsfestival) ausgestrahlt wird und parallel dazu beim Online-Angebot FUNK im Original gestreamt werden kann.

Jede Menge Notizen

Das Tolle daran, wenn man etwas zum wiederholten Male guckt, ist, dass man teilweise Dinge sieht bzw. erkennt, die einem vorher nicht aufgefallen oder bewusst geworden sind oder deren Bedeutung erst in der Zusammenschau mit späteren Folgen deutlich wird. Beim nochmaligen Gucken von Doctor Who ging mir das von Anfang an so, weshalb ich begonnen habe, mir ein bisschen was dazu aufzuschreiben. Inzwischen habe ich umfangreiche Notizen zu allen Staffeln, die ich bisher noch einmal gesehen habe.

Deshalb habe ich mich entschieden, nicht alles in einen langen “Was ich an Doctor Who toll finde”-Blogbeitrag zu packen, sondern zu jeder Staffel gesondert etwas zu schreiben sowie einige übergreifende Beiträge, z.B. zu der häufig gestellten Frage, mit welcher Folge man als Neuling am besten mit dem Gucken anfangen sollte. Dieser Text dient als kurze Einführung zu den nachfolgenden Blogbeiträgen und enthält einige Erläuterungen für diejenigen, die die Serie nicht kennen. Vielleicht kann ich euch ja auf Doctor Who neugierig machen.

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Kurz notiert: Aktueller Blogbeitrag bei “Rosalie & Co.”

Ende Oktober habe ich im Blog Rosalie & Co. einen Beitrag über frauenliebende Frauen in Serien veröffentlicht. Themen waren u.a. die Sichtbarkeit in deutschen Serien, Supergirl, Grey’s Anatomy und die Schauspielerin Samira Wiley.

Hier geht’s zum Artikel:

Lesben in Serie (Oktober 2017): Deutsche Serien, Supergirl, Grey’s Anatomy und mehr

Alex Danvers (Chyler Leigh, rechts) und Maggie Sawyer (Floriana Lima) in der Serie “Supergirl”

Serientipp: One Mississippi

Wie schon Staffel 1 überzeugen auch die gerade erschienen neuen Folgen von “One Mississippi” mit sympathischen Figuren sowie einer gelungenen Mischung aus ernsten Themen und viel Humor. Sehenswert.

Tig Notaro in “One Mississippi”

Anfang des Jahres habe ich in einem längeren Blogbeitrag mal geschrieben, auf welche Serien ich mich 2017 freue. Mit auf der Liste war die zweite Staffel von One Mississipi. Staffel 1 der Comedyserie von und mit Tig Notaro habe ich letztes Jahr an einem Abend durchgebinged, nachdem ich eigentlich “nur mal reingucken” wollte.

Ähnlich ging es mir gestern Abend mit Staffel 2. Die neuen Folgen sind am vergangenen Freitag erschienen, wieder bei Amazon Prime, und ich wollte gestern Abend nur mal schnell in die ersten Folgen reinschauen, weil ich auf Twitter schon wieder so viel Gutes gelesen hatte. Am Ende des Abends – leider deutlich nach Mitternacht – hatte ich alle sechs neuen Folgen und damit die komplette zweite Staffel geguckt und konnte dann immer noch nicht schlafen gehen, weil ich das, was ich gesehen hatte, erst einmal sacken lassen musste. Denn One Mississippi ist zwar auf der einen Seite sehr unterhaltsam und witzig, schreckt aber auch nicht vor ernsten Themen zurück und die Schauspielerinnen und Schauspieler um Hauptdarstellerin Tig Notaro spielen das so großartig, dass es unter die Haut geht.

Kurz zum Inhalt: One Mississippi basiert auf realen Ereignissen im Leben der amerikanischen Stand-Up-Komikerin Tig Notaro. Als sie vor einigen Jahren an Brustkrebs erkrankte, machte sie dies auf der Bühne zum Thema. Innerhalb kurzer Zeit musste sie nicht nur diese Krankheit, sondern auch eine lebensbedrohliche Darminfektion, den plötzlichen Tod ihrer Mutter sowie die Trennung von ihrer Freundin verkraften. Ihr Auftritt, in dem sie es schaffte, diesen Schicksalsschlägen mit einer gehörigen Prise Galgenhumor zu begegnen, machte sie über Nacht in den USA berühmt.

All dies – Krankheit, Trennung, Tod der Mutter – verarbeitet sie auch in One Mississippi.

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Serienkritik: Zarah – Wilde Jahre (Folge 1)

Im ZDF startet am morgigen Donnerstag die 6-teilige Serie „Zarah – Wilde Jahre“, in der es um die Frauenrechtlerin Zarah Wolf geht, die den Posten der stellvertretenden Chefredakteurin der männerdominierten Zeitschrift “Relevant” übernimmt. Die erste Folge ist bereits in der Mediathek verfügbar. Ich habe mal reingeschaut und mir ein paar Notizen gemacht.

Zarah Wolf (Claudia Eisinger) hat Großes vor an ihrem neuen Arbeitsplatz. (Bild: ZDF/Georges Pauly)

Eine deutsche Serie – soll ich da überhaupt reinschalten?

Was deutsche Serien angeht, insbesondere wenn sie von öffentlich-rechtlichen Sendern in Auftrag gegeben wurden, bin ich inzwischen grundsätzlich skeptisch. Häufig sind mir die Geschichten zu plakativ und zu vorhersehbar erzählt und die Figuren zu stereotyp. Oft spare ich mir diese Serien daher inzwischen, auch wenn das Thema ganz interessant sein könnte.

In Zarah – Wilde Jahre habe ich vor allem aus einem Grund reingeschaut, nämlich weil es in der Ankündigung folgenden Satz gab: “Dass Verlegertochter Jenny (Svenja Jung) sich in sie verliebt, macht die Sache nur noch komplizierter.“ Auch wenn ich bei der Darstellung von Liebe zwischen Frauen in deutschen Serien fast noch skeptischer bin als beim Thema deutsche Serien allgemein, hat dies doch meine Neugier geweckt. Es musste allerdings ein weiterer Aspekt hinzukommen, damit ich tatsächlich eingeschaltet habe: Dass die berechtigte Hoffnung besteht, dass beide Frauen überleben und keine einen frühen Serientod sterben muss. Denn ja, das sogenannte Dead Lesbian Syndrome ist auch in deutschen Serien ein Thema, wie Charité gerade erst bewiesen hat, und darauf habe ich schlicht überhaupt keine Lust mehr.

Wenn dir die “love interest” sympathischer ist als die Hauptfigur…

Tatsächlich kann ich mir gut vorstellen, dass eine Liebesgeschichte zwischen Zarah und Jenny, wenn es denn dazu kommt, ganz interessant und sehenswert sein kann. Das liegt, zumindest gemessen an der Pilotfolge, aber leider nicht an Zarah, sondern an Jenny, die für mich in der ersten Folge die interessantere Figur war.

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Durchgeguckt: White Collar

Vor Kurzem konnte ich auf meiner Serienliste einen Haken hinter einer Serie machen, die mich schon länger begleitet, bei der ich aber lange nicht dazu gekommen bin, sie zu Ende zu gucken: Die amerikanische Krimiserie White Collar.

In White Collar geht es um zwei Männer, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Da ist zum einen Peter Burke, FBI-Agent bei der “White Collar Division” in New York, einer Einheit, die sich auf Fälle von Wirtschaftskriminalität spezialisiert hat. Und da ist auf der anderen Seite Neal Caffrey, ein gerissener Hochstapler, Meisterdieb und Kunstfälscher. Peter hatte Neal einst nach einer langwierigen Verfolgungsjagd um die halbe Welt hinter Gitter bringen können. Weil seine Frau ihn verlässt, bricht Neal aus dem Gefängnis aus – kurz vor Ablauf seiner mehrjährigen Haftstrafe. Erneut wird Peter auf ihn angesetzt. Als er Neal stellen kann, schlägt dieser ihm einen Deal vor, um nicht wieder zurück ins Gefängnis zu müssen: Er hilft dem FBI dabei, andere Meisterdiebe und Fälscher wie ihn zu schnappen, erhält dafür jedoch seine Freiheit. Peter lässt sich auf den Deal ein, unter der Bedingung, dass Neals Bewegungsradius durch eine Fußfessel eingeschränkt wird. Nach und nach wächst das ungleiche Paar zu einem unschlagbaren Team zusammen. Doch eine Frage muss sich Peter immer wieder stellen: Kann er Neal, diesem Meister der Verstellung, wirklich vertrauen?

White Collar lief in den USA von 2009 bis 2014, insgesamt wurden 6 Staffeln produziert. In Deutschland lief die Serie im FreeTV bei RTL, wo sie jedoch nicht einmal zwei Staffeln überdauerte. Deshalb konnte ich sie auch zunächst nicht weitersehen. Inzwischen ist sie auf Netflix verfügbar und ich habe sie in den letzten Monaten mehr oder weniger “gebinged”.

Dass ich White Collar ein Plätzchen auf meiner Serienliste freigeräumt und damit zumindest zwischenzeitlich den Vorzug vor einer der vielen aktuellen, hochgelobten und gefeierten “Quality TV”-Serien gegeben habe, hat verschiedene Gründe. Der Gewichtigste dürfte gewesen sein, dass ich die Serie sehr unterhaltsam finde.

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